Royals Express kratzte an der 100 Punkte Marke

Saarlouis. Nach einem Spiel, das im Vorfeld emotionell aufgeheizt war, siegten die Damen des TV Royals Saarlouis vor 570 Zuschauern verdient mit 98:63 gegen den Tabellennachbarn aus Halle. Dabei setzte sich die größere Routine der Mannschaft durch, die diesmal alle Asse auf dem Spielfeld hatte.
Nachdem die Royals zunächst in Führung gegangen waren, konterten die Löwinnen aus der ostdeutschen Stadt und gingen mit 5:9 in Führung. Das schien das Team der Gastgeberinnen wachzurütteln, der Saarlouiser Express nahm Fahrt auf. Nach dem ersten Viertel hatten die Royals bereits eine Führung von 28:19 vorzuweisen. Der Express stand weiter unter Dampf und baute seinen Vorsprung nach einem 15:0 Lauf auf 43:21 aus, der sich bis zum Seitenwechsel auf 55:30 ausdehnte – die Entscheidung war praktisch gefallen. 7079
Offensichtlich von René Spandauw, der an seiner alten Wirkungsstätte mit einem warmen Applaus empfangen worden war, neu eingestellt konnten sich die Lions im dritten Viertel besser in Szene setzen und den Abstand etwa konstant halten, verkürzen konnten sie ihn jedoch nicht, die Royals behielten auch in diesem Abschnitt mit 19:17 die Oberhand. Im letzten Viertel legten diese noch einmal zu und schraubten mit einem 24:16 den Endstand auf 98:63, verdient wie René Spandauw beim Pressegespräch nach dem Spiel bestätigte.
Sichtlich erleichtert konstatierte Royals Trainer Saulius Vadopalas „Unsere Defense und die Überlegenheit bei den Rebounds waren heute die Schlüssel zum Sieg. Wir haben alles, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt. Auch der Kampfgeist meiner Mannschaft hat mir sehr gut gefallen. Wie beim Auftaktspiel in Herne waren diesmal alle Spielerinnen fit und gesund. Das hat sich niedergeschlagen“. Er fügte hinzu: „Meine Mannschaft hat diesmal ihr Leistungsvermögen zu 100 % abrufen können“.
Sein Vorgänger Spandauw analysierte: „Wir konnten zwar in der zweiten Halbzeit besser mitspielen, hatten aber immer wieder Probleme mit der Angriffszeit, die durch eine konsequente Verteidigung der Royals, ohne Punkterfolg auslief! Wir sind nicht aggressiv im Angriff, spielen unsere Spielzüge nicht zu Ende, wie im letzten Viertel manchmal gesehen. Dann spielen wir zehnmal um die Zone und urplötzlich steht die Shotclock bei 3 Sekunden und wir müssen einen Abschluss finden. Das darf uns nicht 7059passieren“, ärgerte sich Spandauw über die fehlende Cleverness seiner Mannschaft. Weitere Gründe für die deutliche Niederlage sah er in der Unerfahrenheit seiner Mannschaft, in der nach seinen Worten nur zwei Spielerinnen Erstligaerfahrung haben, während beim Gegner Spielerinnen Erfahrungen im Europapokal und langjähriger Bundesligaspielzeit in die Waagschale werfen konnten.“Unser Ziel sind in diesem Jahr nicht die vorderen Tabellenplätze, sondern der Erhalt der Liga, da bin ich mit meinem Management einig, das voll hinter mir steht“, betonte er abschließend.
Sechs Spielerinnen der Royals punkteten zweistellig, wobei die überragende Sabine Niedola 21 Punkte erzielte. Amanda Dowe und Angela Tisdale kamen auf jeweils 15 Zähler, Kimmi Pohlmann auf 12 Punkte sowie Gina Groß und Corinne Costa auf jeweils 10 Punkte. Dowe und Costa holten sich zusätzlich jeweils 10 Rebounds und erreichten somit das begehrte Double-Double.
Beste Werferin der Lions war die 19jährige Bambergerin Alina Hartmann, die nach einem Amerikajahr in dieser Spielzeit zu Halle gestoßen ist. Sie erzielte 11 Treffer.

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