Susanna Kröber-Schill ist die erste Merziger Igel-Königin

Merzigs erste Igel-Königin heißt Susanna Gröber-Schill aus Fitten. Sie siegte bei dem ersten Merziger Igel-Wettbewerb, der beim ersten Merziger Ostermarkt ausgetragen wurde. Der Merziger „Igel“ hat nichts mit dem stachelbewehrten Lebewesen zu tun, sondern ist der3343 Name für einen traditionellen Hackbraten, wie er früher vielleicht häufiger als heute regelmäßig auf dem Speiseplan vieler Familien stand. Der Grundstock für einen Igel ist Hackfleisch, Variationen dazu sind vielfältig. Vermutlich hat da jede Hausfrau, jeder Hobbykoch und jeder Koch sein eigenes „Geheimrezept“. Deshalb war es spannend herauszufinden, welchem Igel die Jury den Vorzug geben würde.
Beginn des Wettbewerbs war Sonntag 11 Uhr, aber so richtig wach war der Platz hinter dem 3352Rathaus noch nicht, als es losging. Die Standbetreiber waren noch dabei sich einzurichten, die Stühle, Tische und Bänke noch ziemlich leer. Auf der Bühne, auf dem die Teilnehmer am Wettbewerb ihr Werk zubereiten sollten, herrschte allerdings bereits geschäftiges Treiben. Die Öfen wurden vorgeheizt, die Zutaten bereit gestellt, wobei die Wettbewerber darauf achteten, dass die „Konkurrenz“ nicht alles mitbekam. Als Moderator für den Wettbewerb hatte man eine renommierte Größe gewonnen: Eberhard Schilling vom saarländischen Rundfunk. Der stellte dann auch die Teilnehmer vor. Drei Männer und zwei Frauen wollten sich miteinander messen. Eines hatten alle fünf gemeinsam: sie kannten den „traditionellen“ Merziger Igel nicht aus eigener Erfahrung.

Drei Männer eröffneten den Wettbewerb
Begonnen wurde mit den drei Männern: Axel Kusseler hat Spaß am Kochen, sein Rezept hat er selbst entwickelt. Joachim Bayers Motivation ist ebenfalls die Lust am K3347ochen, auch er hatte eine Eigenkreation entwickelt, den „ Merziger Igel 2.0“.Wolfgang Broy kocht ebenfalls gerne, findet die Idee zu diesem Wettbewerb gut und hat auch sein eigenes Rezept entwickelt.
Die drei Männer legten los, stellten die „geheimen Gewürzmischungen“ zusammen, mischten ihren Teig, formten ihn und nach einer guten halben Stunde war er im Ofen.
Anschließend kam die weibliche Konkurrenz auf die Bühne – in der Minderzahl. Daniela Vogls Igel basiert auf einer Rezeptvorlage, die so abgewandelt ist, daß auch der vierjährige Sohn begeistert zulangt und ihr Ehemann meint sowieso Danielas Igel sei der beste, den er ja gegessen hat. Susanna Kröber-Schill hat das Rezept von ihrem Sohn, der gelernter Koch ist und seine Lehre in einem traditionellen Merziger Gasthaus absolviert hat. Ihr Igel ist vielleicht der traditionellste unter den diversen Angeboten, auch wenn er einige eigene Ergänzungen hat. So serviert sie dazu eine Biersoße, die ihren Reiz durch einen Schuss Dunkelbier erhält.

Die Stunde der Jury

3361Auch die Kreationen der Damen kommen in den Ofen, gegen 13 Uhr schlägt dann die Stunde der Jury. Ortsvorsteher Manfred Klein, gleichzeitig Ideengeber für den Igelwettbewerb, der erste Beigeordnete der Stadt, Dieter Ernst, Julia Henkel von der Saarbrücker Zeitung und Stefan Spangenberger, Mitorganisator des Ostermarktes müssen die Entscheidung treffen. Nacheinander werden die fünf Kreationen serviert, die mit viel Phantasie angerichtet sind. Da gibt es einen Hackbraten, der mit Bacon umwickelt ist, ein anderer ist mit Fetakäse und Lauchzwiebeln gefüllt, ein dritter ist mit gerösteten Zwiebeln garniert, diverse Soßen werden dazu gereicht. Und noch während die Jury testet, hat sich bereits eine lange Schlange neben der Bühnen gebildet: die fünf Wettbewerbsteilnehmer haben bereits im Vorfeld rund 20 Kilo Hackbraten3372 zubereitet, der jetzt an die Besucher verkauft wird- der Erlös fließt einem sozialen Zweck zu. Die 20 Kilo gehen weg, restlos und rasend schnell. Ausgegeben wird der „Merziger Igel“ von Rathauschef Marcus Hoffeld persönlich.
Mittlerweile ist auch die Jury durch, hat alles probiert und geht jetzt an die Bewertung. Beurteilt wurden Aroma; Konsistenz, Geschmack und Präsentation. Diese Kriterien sollten eingehalten werden, nichts sollte dominieren. So sollte kein Gewürz besonders herausragen, die Konsistenz sollte richtig sein, die Soße sollte den Geschmack des Hackbratens lediglich leicht unterstützen und das Auge ist ja Siegerehrung beim Igel-Wettbewerb in Merzig, die Igel-Königin heißt Susanna Kröber-Schill 3381bekanntlich auch mit, also wurde auch darauf Wert gelegt. Nach kurzer Beratung konnte der Sprecher der Jury, Manfred Klein gemeinsam mit Moderator Eberhard Schilling das Ergebnis verkünden: Merzig hat eine Igel-Königin, das traditionelle Rezept von Susanna Kröber-Schill überzeugte am meisten, bei ihm waren alle Komponenten besonders gelungen abgerundet. So konnte Bürgermeister Hoffeld dann eine Urkunde und eine Medaille überreichen, die die Preisträgerin für das nächste Jahr als Merziger Igelkönigin ausweist.
Während der Wettbewerb ausklang, strömten weitere Besucher in die Stadt, der verkaufsoffene Sonntag hatte begonnen.

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