Das feinmechanische Museum Fellenbergmühle – eine Perle der Stadt

Merzig. Ein beachtliches Jubiläum feiert in diesem Jahr die Fellenbergmühle: sie wird 250 Jahre alt – Anlass genug für einen kleinen Festakt, zumal auch der Förderverein Geburtstag feierte – er wird 2017 20 Jahre alt. Die Gäste, unter ihnen Bürgermeister Marcus Hoffeld, Kreisbeigeordneter Frank Wagner, Ortsvorsteher Manfred Klein und der stellvertretende Vorsitzende des saarländischen Museumsverbandes, Stephan Weszkalnys hieß der Vorsitzende des Fördervereins Hans Madert willkommen. Madert warf einen kurzen BlickDas feinmechanische Museum. Der Vorsitzende des Fördervereins Hans Madert warf einen Blick in die Geschichte der Fellenbergmühle zurück auf die jüngere Geschichte der Mühle. In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es Stimmen, die den Abriss der Mühle forderten. Oberbürgermeister a.D. Walter Anton, zugleich Ehrenvorsitzender des Fördervereins und die Mehrheit des damaligen Stadtrates setzen sich jedoch erfolgreich für den Erhalt und die Renovierung der Mühle ein.
Für die Unterstützung von vielen Stellen, so auch beim amtierenden Bürgermeister Marcus Hoffeld und seinen Vorgängern bedankte sich Madert für ihre Unterstützung ebenso wie bei Brunhilde Wittke, der „heimlichen Chefin“ und Organisatorin und Erwin Maull und Alfred Stutz, die noch ihre Lehre in der Mühle absolviert hatten und heute die besten „Museumsführer“ sind.

Aus der Mahlmühle wurde eine feinmechanische Werkstatt

Ein Blick in die Geschichte: Die Mühle – und daher rührt auch ihre Bezeichnung – wurde 1767 als Mahlmühle gebaut. Ihren heutigen Namen erhielt sie zu Ehren des sozial sehr engagierten ersten Merziger Ehrenbürgers Wilhelm Tell von Fellenberg. Nachdem der Mahlbetrieb eingestellt worden war, erwarb Johann Peter Hartfuss die Mühle und richtete hier eine feinmechanische Werkstatt ein, die sich auf Präzisionswerkzeuge für das Uhrmacherhandwerk und für Goldschmiede spezialisierte. Der Besitzer wechselte im Lauf der Zeit mehrmals, die 5111Produktionsschwerpunkte blieben jedoch gleich, so zum Beispiel ein ganz spezielles Gravierwerkzeug, mit dessen Hilfe man noch heute Gravuren beispielsweise in einem Trauring vornehmen kann. Überhaupt können auch heute noch viele verschiedene Geräte in kürzester Zeit so in Betrieb genommen werden, dass man die Produktion wieder aufnehmen könnte. Auch deshalb stellt das feinmechanische Museum Fellenbergmühle eine Rarität in der Industriegeschichte dar, die nach wie vor zahlreiche Besucher anlockt. Oder um es mit den Worten von Hans Madert zu sagen, der bei der Begrüßung erklärte „Wir nennen unsere Mühle zwar Museum, aber in Wirklichkeit ist sie eine lebendige Werkstatt, in der noch ohne Computer oder Energie von außen Kleinteile in unglaublicher Präzision gefertigt werden können. Das ist in der Museumslandschaft etwas Einmaliges“.

Sponsoren gesucht

1929 war das Wasserrad, das bis dahin die Maschinen antrieb, durch eine Turbine ersetzt worden. Diese Turbine ist mittlerweile sehr angegriffen und müsste dringend renoviert werden, damit die Mühle weiterhin als Zeugnis der Handwerkskunst unserer Vorfahren erhalten bleibt. Diese Renovierung kostet allerdings 70 000 Euro, die aus dem kleinen Budget 5119der Mühle nicht finanziert werden können. Daher sagte Hans Madert „Sponsoren sind dringend erwünscht“. Einige Dinge sind da wohl schon in Bewegung, aber noch nicht in ausreichendem Maß.
Marcus Hoffeld bedankte sich ebenfalls beim Förderverein und den aktiven Helfern und sagte die Fellenbergmühle ist „eine Perle unserer Stadt“. Auch er warf einen kurzen Blick zurück auf die Geschichte der Mühle, die in einer Zeit entstanden sei, in der der Bachlauf die Landschaft formte. Auch er richtete einen Appell an alle, die an dem Erhalt der Mühle interessiert sind, zumal es derzeit schwierig sei Fördergelder zu erhalten.

Die goldene Nadel für Erwin Maull

Stephan Weszkalnys, der Glückwünsche des Museumsverbandes übermittelte, sprach aber auch über Sorgen des Verbandes, die auf der demographischen Entwicklung beruhten. In einer älter werdenden Gesellschaft seien immer weniger Menschen bereit oder in der Lage ehrenamtliche Arbeiten zu verrichten, die aber zum Erhalt der Museen notwendig seien. Umso höher sei das Engagement der Akteure in der Fellenbergmühle zu bewerten Er kündigte an, dass der Verband für die Renovierung der Turbine einen Zuschuss im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Verfügung stellen werde.
Er hatte aber auch eine Auszeichnung dabei: Erwin Maull, hat bekanntlich bereits seine Lehre in der feinmechanischen Werkstatt absolviert und sich Zeit seines Lebens mit großem Engagement für den Erhalt der Mühle eingesetzt. Heute mache er Führungen durch die Werkstatt, setze die Das feinmechanische Museum - Unser Foto zeigt einen Teil der besonders engagierten Aktteure im Team der FellenbergmühleMaschinen mit traumwandlerischer Sicherheit in Betrieb und führe sie vor, so Weszkalnys. Deshalb erhalte für seine Verdienste die goldene Ehrennadel des Verbandes und eine entsprechende Urkunde. Erwin Maull bedankte sich für die Auszeichnung und sagte, er betrachte sie als Auszeichnung für alle Mitstreiter. Außerdem wurde ein Ordner mit der Darstellung aller Geräte und Maschinen entwickelt, an dessen Zusammenfassung auch Alfred Stutz und Peter Gottfrois beteiligt waren, der in Kürze online gestellt werden soll und allen Interessenten detaillierte Informationen über die feinmechanische Werkstatt zur Verfügung stellen wird. Die schriftliche Fassung dieses Werkes wurde an Hans Madert überreicht.
Das Feinmechanische Museum Fellenbergmühle, Marienstr-34, 66663 Merzig ist von Dienstag bis Sonntag von 14.30 bis 17.00 Uhr sowie für Gruppenführungen nach Vereinbarung geöffnet.

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