Skulptur von Paul Schneider wird Dauerleihgabe

 

Saarlouis. Aus geologischer Sicht ist ein Stein nichts weiter als eine im Laufe der Erdgeschichte entstandene mineralische Masse. In Asien glaubt man, jeder Stein habe eine Seele, die inspiriert und zur Meditation einlädt. Für Künstler, wie den Bildhauer Paul Schneider, ist er die Ausgangsbasis für kreatives Schaffen. Für Schneider ist der Stein nicht nur eine Rohmasse, er spürt dem natürlichen, individuellen Charakter des ausgewählten Steines nach und lässt sich auf ihn ein. Vor wenigen Wochen hat der Bildhauer dem Institut für aktuelle Kunst in Saarlouis eine seiner Skulpturen als Dauerleihgabe überlassen. Dieser Stein ist quasi der „Bruder“ eines anderen aus dem Jahre 1992, der lange Zeit ebenso auf dem Vorplatz des Instituts lag. Beide wurden aus demselben grauen Granitblock geschnitten, wobei sich der Partnerstein jetzt in Privatbesitz befindet. In rund zehn Tagen habe er dem Stein „ein Gesicht“ gegeben, so der 82-jährige Künstler, der seine Arbeit mit einem Schachtelhalm verglich. „Eine Idee wächst aus der anderen, in einer Idee steckt der Keim für die nächste“, sagte er. An diesem Block habe ihn besonders die weiße Linie fasziniert, die quer durch den Stein verlief. Entlang dieser Linie hat er ihn trennen lassen und kleine Stufen eingearbeitet.
„Wir sind sehr stolz, dass Paul Schneider uns  diese Skulptur überlassen hat“, sagte Oberbürgermeister Roland Henz. Das Werk eines Künstlers, Stein Prof. Schneider der sich auch durch seine grenzüberschreitenden Aktivitäten wie dem Symposion „Steine an der Grenze“ einen Namen gemacht habe, passe sehr gut zur Grenzstadt Saarlouis, so Henz. Symposien verbinden Menschen aus verschiedenen Ländern, ebenso wie Städtepartnerschaften, unterstrich der Oberbürgermeister.
„Es war ein Anliegen des Künstlers, das Institut auszuzeichnen“, sagte Jo Enzweiler, Institutsdirektor. „In diesem schönen Ambiente haben Künstler und Bildhauer immer schon gern ausgestellt, hier fühl ich mich gut aufgehoben“, gab Schneider das Kompliment zurück. Es gilt zu hoffen, dass noch viele Künstler hier ausstellen können, denn die Zukunft ist ungewiss. „Der Erhalt des Instituts ist ein Gemeinschaftsanliegen von Stadt, Landkreis und Land“, so Henz. Die Einrichtung wurde 1993 gegründet mit dem Zweck, Künstlerinnen und Künstler zu fördern und Kunst zu vermitteln. Hier werden Daten gesammelt, archiviert, aufbereitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Über 160 Publikationen hat das Institut bereits herausgebracht, darunter auch ein Künstlerlexikon mit verschiedenen Künstlerblättern. Eines davon befasst sich mit dem Bildhauer Paul Schneider, seinem Leben und seinen Werken. Weitere Informationen unter www.institut-aktuelle-kunst.de. sb

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