Monika von Boch Fotopreis: Preisträger sind Joachim Lischke und Walter Adolf Schmidt

Merzig. Um das hervorragende fotografische Werk der Mettlacher Fotografin Monika von Boch in Erinnerung zu halten, verleiht das Museum Schloss Fellenberg alle zwei Jahre den Monika von Boch-Preis für Fotografie an künstlerisch arbeitende Fotografen aus der Großregion. Preisträger sind in diesem Jahr Joachim Lischke und Walter Adolf Schmidt, beides Zeitgenossen von Monika von Boch. Monika von Boch wäre am 31. März 100 Jahre alt geworden, dies war ein besonderer Anlass. Joachim Lischke und Walter Adolf Schmidt - Monika von Boch-Preis SI 8620
Die beiden Preisträger sind zeitweise gemeinsam mit Monika von Boch durch die prägende Schule von Otto Steinert gegangen. Wendelin von Boch-Galhau, der Vorsitzender des Aufsichtsrats der Villeroy & Boch AG, ließ in einem kurzen Grußwort das Leben seiner Tante „Moni“ Revue passieren. Er nannte sie eine der bedeutendsten deutschen Fotografinnen und hob ihre künstlerischen und menschlichen Fähigkeiten hervor. Bereits vor langer Zeit habe sie ein Auge auf Natur und Umweltschutz geworfen, lange bevor sich Organisationen unserer Tage mit diesem Thema befasst haben.
Landrätin Daniela Schlegel Friedrich betonte, dass die diesjährige siebte Verleihung wegen des 100. Geburtstages von Monika von Boch etwas Besonderes sei. Aus diesem Anlass habe man in diesem Jahr zwei Preisträger ausgewählt, beides Zeitgenossen von Monika von Boch.
SI 8626Dr. Roland Augustin von der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz ließ Leben und Werdegang der beiden Preisträger Revue passieren. Joachim Lischke, Jahrgang 1923, studierte nicht nur an der Schule für Kunst und Handwerk, er war auch Meisterschüler und Assistent von Otto Steinert. Von 1955 bis 1985 war er hauptberuflich als Fotograf bei der Staatlichen Landesbildstelle Saarbrücken tätig. Joachim Lischke und Monika von Boch fotografierten zusammen 1961 für den Bildband von Martin Klewitz „Das Saarland“ und 1971 für den Bildband von Alfred Diwersy „Merzig, Bild einer Stadt an der Saar“. Das fotografische Anliegen von Lischke war, hinter die Dinge zu schauen, zu suchen und zu experimentieren. Die saarländische Industrielandschaft hielt er im Bild fest und wurde 1958 von der Fachzeitschrift „Photorama“ als Entdecker der Industrielandschaft für Fotografie ausgezeichnet. Legendär sind seine „Luminogramme“. Das sind Lichtzeichnungen und zählen zur experimentellen Fotografie. Joachim Lischke am 27.11.2014 verstorben. Die Werke für die Ausstellung hat er noch selbst zusammengestellt. Die Preisverleihung an ihn erfolgte posthumSI 86301.
Der 2. Preisträger ist Walter Adolf Schmidt, Jahrgang 1920. Als Berufstätiger, als Bibliothekar, nahm Walter Adolf Schmidt an den Abendkursen von Otto Steinert teil und traf in dieser Zeit auch auf Monika von Boch. Schmidt besuchte die Kurse in den Jahren 1951 bis 1958 und erwarb sich, wie er sagt „die solide Grundlage für seine Fotografie“. Der heute über 90- jährige Schmidt ist fit und erinnert sich noch gerne an die Zeit bei Steinert. Schmidt strebte als Autodidakt „nach Perfektion in der Bildgestaltung unabhängig vom Gegenstand, der bedeutungslos sein kann“. Schmidts Ziel ist „nicht das nur gute, sondern das jeweils bestmögliche Bild“. Als Steinert Schüler beschäftigt Schmidt sich auch mit der experimentellen Fotografie. Walter Adolf Schmidt nahm an der Eröffnung der Ausstellung teil und nahm seinen Preis persönlich entgegen.

Die Ausstellung kann bis zum 08. März 2015 während der Öffnungszeiten des Museums Schloss Fellenberg besucht werden.

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