Saarstahl erzielt wieder deutliche Gewinne

Der Konzern-Umsatz ist auf 2,361 Milliarden € gestiegen

Der Saarstahl-Konzern hat das Geschäftsjahr 2014 mit deutlichen besseren Zahlen im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen, insbesondere die Absatzmenge bei Draht und Stab bewegte sich auf einem hohen Niveau, während die Erlössituation hinter den Erwartungen zurückblieb.
„Saarstahl hat 2014 trotz widriger Marktbedingungen spürbare Gewinne erzielt. Das ist das Ergebnis einer hervorragenden Performance über alle Unternehmensbereiche verbunden mit deutlichen internen Verbesserungsprozessen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Karlheinz Blessing bei der diesjährigen Jahrespressekonferenz.
Die Saarstahl AG hat bei Draht- und Stab von einer stabilen Nachfrage seitens der Hauptabnehmer – der Automobilbranche und dem Maschinenbau – profitiert. Gerade die deutschen Premium-Hersteller in der Automobilindustrie verzeichneten 2014 eine robuste Konjunktur. Saarstahl ist es als Qualitätsführer gelungen, Marktanteile im höherwertigen Qualitätsbereich kontinuierlich zu steigern. Allerdings hat das global sinkende Preisniveau für Stahlprodukte aufgrund der bestehenden Überkapazitäten und stark zunehmender Importe auf dem europäischen Markt erneut die Erlöse unter Druck gesetzt. Die Saarschmiede GmbH Freiformschmiede konnte zwar den Negativtrend der Vorjahre stoppen, leidet aber nach wie vor unter den tiefgreifenden Veränderungen auf den Energiemärkten, die entsprechende Investitionen in diesem Segment hemmen.

Umsatz des Saarstahl-Konzerns 2014 gestiegen.

Der Konzern-Umsatz ist um 3,5 % auf 2,361 Milliarden € gestiegen (Vorjahr: 2,280 Milliarden €). Deutschland ist für Saarstahl weiterhin der wichtigste Absatzmarkt, vor der EU und Drittländern Der Saarstahl-Konzern ist mit einer Gesamtbelegschaftszahl von 6.577 (Vorjahr: 6.584) weiterhin einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region. Hinzu kommen 247 Auszubildende (Vorjahr: 252). Bei der Saarstahl AG wurden Stellen aufgebaut, so dass zum 31.12.2014
insgesamt 4.026 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.867) im Unternehmen beschäftigt waren; bei der Saarschmiede GmbH Freiformschmiede belief sich die Belegschaft auf 897 Mitarbeiter (Vorjahr: 986).
Nach den Großinvestitionen der Vorjahre (Saarschmiede, Stabstahlzentrum Nauweiler und neue Sekundärmetallurgie) bewegten sich die Investitionen im Konzern mit 37 Millionen € auf einem niedrigeren Niveau (Vorjahr: 83 Millionen €). Zudem wurden bei Saarstahl seit März 2014 bis heute neue strategische Investitionen in Höhe von 90 Millionen € beschlossen und auf den Weg gebracht, die alle 3 Produktionsstandorte im Saarland betreffen. Der Saarstahl-Konzern verfügt mit 74,8 % über eine nochmals verbesserte Eigenkapital- und Finanzstruktur (Vorjahr: 71,3 %).

Stabiles Geschäftsjahr 2015 erwartet

Die für die Saarstahl AG wichtigen Kundensegmente Automobil- und Maschinenbau sind 2015 positiv gestartet mit teils deutlich gestiegenen Neuzulassungen auf den Pkw-Märkten in West-Europa, in den USA, in China und Indien; die Tendenz dürfte sich im Jahresverlauf jedoch etwas abschwächen. Der Maschinenbau rechnet mit einer moderaten Wachstumsbeschleunigung im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung bildet insgesamt eine gute Ausgangsposition für Walzdraht und Stabstahl im Qualitäts- und Edelbaustahlbereich, die sich in einer stabilen Mengenentwicklung und einer guten Auslastung äußern wird.
Bei der Saarschmiede GmbH Freiformschmiede bleibt die Marktlage angespannt, auf Grund der angelaufenen Maßnahmen ist bereits in 2015 und vor allem in 2016 zu rechnen spürbaren Verbesserungen.
Das Jahr 2015 hat der Saarstahl-Konzern mit einer guten Auslastung begonnen. Das Marktumfeld bleibt jedoch sehr anspruchsvoll, verursacht durch die erhebliche Unterauslastung der Stahlkapazitäten in Europa und in der Welt und dem daraus resultierenden erhöhten Wettbewerbsdruck. Saarstahl erwartet eine stabile Entwicklung der Umsatzzahlen und positive Ergebnisse im Draht- und Stabbereich. Das setzt eine Fortführung des strikten Kostenmanagements und weitere Anstrengungen zur Steigerung der Ertragskraft voraus. Saarstahl wird daher die Strategie als weltweit anerkannter Hersteller von hochwertigen Stahlprodukten fortsetzen. Die geplanten und bereits realisierten Investitionen sind darauf ausgerichtet, die Prozesse weiter zu optimieren und die Qualität der Produkte sowie den Service für den Kunden weiter zu verbessern.
Fast schon existenzbedrohende Ausmaße hat mittlerweile die Regulierungswut in der Energiepolitik angenommen. „Die EEG-Novelle ist in wichtigen Aspekten zu kurz gesprungen, der CO 2 -Emissionshandel benachteiligt einseitig die westeuropäische Stahlindustrie“, erklärt Blessing. „Wir stehen im scharfen weltweiten Wettbewerb, dem wir uns hochmotiviert stellen. Aber politisch motivierte Zusatzkosten, die sich massiv kumulieren, können wir nicht länger aus dem Ärmel schütteln.“

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