18. Internationaler Demenzkongress Saar-Lor-Lux

Saarlouis. Am 18. Demenzkongresses Saar-Lor-Lux“ in der Rodener Kulturhalle nahmen rund 240 Gäste teil. Die Vorsitzende des Demenzvereins Saarlouis, der neben einer Reihe anderer Organisationen den Kongress durchführte, Dagmar Heib wies bei ihrer Begrüßung darauf hin, dass der KDagmar Heib (r.) begrüßte die Teilnehmer des Kongressesongress einerseits über die neuesten medizinischen Erkenntnisse informiere, sich aber andererseits den Schwerpunkt gegeben habe, die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern sowie dem Fachpersonal und den betreuenden Angehörigen Hilfsangebote zu unterbreiten.
Professor Dr. Tobias Hartmann, der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Instituts für Demenzprävention (DIDP) in Homburg verblüffte die Besucher in seinem Referat mit seiner Professor Dr. Tobias Hartmann bei seinem Referat Foto: Brigitta SchneiderAussage, dass es ganz viele Ansätze gebe, das Gehirn von „Alzheimer Mäusen“ zu heilen, nicht aber das des Menschen. Er vertrat dabei die Ansicht, dass die Forschung in den letzten Jahrzehnten bei der bereits ausgebrochenen Krankheit ansetzte, die das Gehirn längst irreversibel geschädigt hatte. Man habe sehr viel Zeit mit der Erforschung von Medikamenten zugebracht. Besser sei es gewesen, sich auf die schwierigen präventiven Maßnahmen zu konzentrieren.
Astrid Gerke-Müller, die Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Landesverband Saarland und Bernd Seiwert, der zuständige Abteilungsleiter im Sozialministerium fanden anerkennende Worte für den Landkreis Saarlouis, der ein Vorbild für vernetzte Arbeit sei. Landrat Patrik Lauer führte hierzu aus: „Im Landkreis Saarlouis haben wir die Zeichen der Zeit dafür rechtzeitig erkannt: Hier wurde schon frühzeitig damit begonnen, für demenzkranke Menschen und deren pflegende Angehörige Betreuungs- und Beratungsangebote zu schaffen. Im Schulterschluss mit dem Demenzverein Saarlouis e.V., haben wir ein geronto-psychiatrisches Netzwerk aufgebaut. Die „Plattform-Demenz“ vernetzt, bündelt und optimiert die vorhandenen beratenden und betreuenden Angebote für demenzkranke Menschen.“
„Hier geht es um eine Krankheit, die mir persönlich große Angst macht“, gestand der Saarlouiser Oberbürgermeister Roland Henz. Er dankte den Veranstaltern, die Jahr für Jahr auf diese schlimme schleichende Krankheit aufmerksam machen und den Referenten, die ihre neuesten Erkenntnisse vorstellen und den Teilnehmern, die das neu gewonnene Wissen in die Tat umsetzen wollen. (pdl)

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