Pfingstsportfest Rehlingen diesmal bereits am Sonntag

Rehlingen. Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen zur 54. Auflage des Rehlinger Pfingstsportfestes, das in diesem Jahr nicht wie gewohnt am Pfingstmontag, sondern bereits 24 Stunden früher, am Pfingstsonntag stattfindet. Dabei verschiebt sich auch der zeitliche Rahmen: das Hauptprogramm beginnt um 16 Uhr. Ursache hierfür ist das Saarland-Pokal Endspiel im Fußball, das am Pfingstmontag stattfindet und einen Teil der Kapazitäten des saarländischen Fernsehens bindet. Da das Pfingstsportfest als sportliches Großereignis, das über 3 Stunden live übertragen wird einen Großteil der für Liveübertragungen notwendigen technischen Ausrüstung benötigt und außerdem eine zeitgleiche Liveübertragung ohnehin nicht möglich gewesen wäre, hat man sich auf diese Regelung verständigt. Das Programm wurde im Rahmen einer Pressekonferenz von Meetingdirektor Lutwin Jungmann und seinem Stellvertreter Werner Klein vorgestellt.4710
Das Motto des diesjährigen Pfingstsportfestes lautet „Auf zur EM nach Berlin“! Die Europameisterschaft im eigenen Land sollte für die deutschen Leichtathleten einen besonderen Motivationsschub auslösen, sich dafür zu qualifizieren, meint man bei den Veranstaltern.

Stark besetzter Speerwurf

Bei dem Sportfest, das als Saisoneröffner gilt, werden ca. 180 bis 200 Athleten aus rund 30 Ländern in 17 Wettbewerben an den Start gehen. Unter ihnen befinden sich eine ganze Reihe hochkarätiger Asse. Besonders stark ist das Speerwerfen der Männer besetzt. Hier trifft der im Saarland wohlbekannte amtierende Weltmeister Johannes Vetter auf den Vizeweltmeister 2017, den Tschechen Jakub Vadlejch sowie auf den Universiade Zweiten Andreas Hofmann, Bernhard Seifert aus Potsdam, den Letten Roland Stobinders und den Weißrussen Pavel Mialeshka. Mit dem Ziel noch größere Weiten zu erzielen, die Speere noch weiter fliegen zu lassen wurde die Anlaufbahn Ende April mit einer neuen, härteren Schicht überzogen, die den Kräften beim Abwurf besser widerstehen kann. Johannes Vetter meinte, dass man damit zusätzlich vier bis fünf Meter weiter werfen kann. Ob damit der Stadionrekord von Bundestrainer Boris Obergföll (geb. Henry) in Gefahr gerät?
Eine zweite Paradedisziplin könnte der Diskuswurf der Männer werden, bei dem Überraschungsolympiasieger von 2016, Christoph Harting die Nachfolge seines Bruders Robert antreten möchte. Der Goldmedaillengewinner von London 2012 hatte bekanntlich im Vorjahr nach längerer Verletzungspause den Wettbewerb in Rehlingen gewonnen. Auch dieser Wettbewerb ist gut besetzt. Ebenfalls für die EM qualifizieren möchten sich der Österreicher Lukas Weißhaldinger („Lucky Luke“), Martin Wierig vom SC Magdeburg und der ebenfalls für Magdeburg startende David Wrobel. Aus Jamaika kommt Traves Smikle, derzeit Nummer sechs der Weltbestliste, hinzu.

Raphael Holzdeppe möchte hoch hinaus

Schon Tradition hat der Stabhochsprung, in dem der Weltmeister von 2013 und Vizeweltmeister von 2015, Raphael Holzdeppe in diesem Jahr hohe Ziele hat. Mit 5,88 Meter beim Indoor-Meeting in Karlsruhe hat er dies bereits untermauert. Er trifft auf die derzeitige deutsche Elite, zu der Tobias Scherbath, Karsten Dilla, Bo Kanda Lita Baehre und Gordon Porsch zählen. Hinzu kommt der amtierende Europameister Robert Sobera aus Polen. Auch im
Hochsprung scheinen gute Ergebnisse möglich. Hier treffen Mateusz Przybylko (Bayer Leverkusen), Eike Onnen (Hannover 96) und Falk Wendrich auf Yuriy Krymarenko und Viktor Lonsky aus der Ukraine.

Spannende Wettbewerbe auch bei den Damen

Bei den Damen wird das Hochsprungfeld von der mehrfachen Deutschen Meisterin Marie Laurence Jungfleisch (VfB Stuttgart) angeführt, deren Bestleistung mit 2,00 Metern gelistet ist. Hier ist auch die deutsche Vizemeisterin Jossie Grauman (LG Nord Berlin) am Start. Stärkste Konkurrentinnen für die beiden deutschen Teilnehmerinnen dürften Kateryna Tabashnyk und die erst 16jährige Yaroslava Mahuchikh (beide Ukraine) sein. Im Stabhochsprung der Frauen steht ein Comeback von Silke Spiegelburg (Bayer Leverkusen) nach längerer Verletzung auf dem Plan. Favoritin dürfte hier aber Holly Bradshaw aus Großbritannien sein, die auch den britischen Freiluftrekord mit 4.81 Meter hält. Auch die Schwedin Angelica Bengtsson gilt es zu beachten.
Gut besetzt sind auch die Laufwettbewerbe, bei denen sich Lokalmatadorin Laura Müller in diesem Jahr auf 100 und 200 Meter konzentrieren möchte. Spannend werden sicher auch die 3000 Meter Hindernis, bei denen Antje Möldner-Schmidt (LC Cottbus) nach vierjähriger, krankheitsbedingter Pause wieder angreift. Bundestrainer Werner Klein ist überzeugt, dass sie die EM Norm schaffen wird.
Auch bei den Herren gibt es gut besetzte Laufwettbewerbe. So treten über 800 Meter der mehrfache Weltmeister Mohammed Amann (Äthiopien) gegen Mohamed Amine Belferar (Algerien) sowie mehrere kenianische Läufer an. Auch über 3000 Meter Hindernis ist die Besetzung eher international. Mit den besten Leistungen stehen hier die beiden Kenianer Bernard Nganga sowie Gilbert Kirui zu Buche.
Die Liste der Teilnehmer ließe sich noch weiter fortführen und wäre am Ende doch nicht vollständig, weil häufig noch bis kurz vor dem Veranstaltungstag neue Meldungen kommen. Fest steht jedoch bereits jetzt, dass das  Pfingstsportfest Rehlingen auch in diesem Jahr seinem Ruf gerecht werden und ein außergewöhnlich gut besetztes Sportereignis sein wird.

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