Freundschaft über Grenzen hinweg: Saarlouiser Delegation in Saint-Nazaire

Wenn Abgrenzung die politische Diskussion beherrscht, gewinnt die persönliche Begegnung an Bedeutung. Dafür steht auch die Städtepartnerschaft von Saarlouis und Saint-Nazaire. Mit 53 Teilnehmern weilte eine Saarlouiser Delegation in Saint-Nazaire  traf dort auf alte und neue Freunde – eine europäische Begegnung und ein persönliches Bekenntnis zur Freundschaft über Grenzen hinweg.
Freundschaft über Grenzen hinweg„Was sich gleicht, fügt sich zusammen“, zitierte Bürgermeister David Samzun beim Besuch der offiziellen Delegation im Rathaus von Saint-Nazaire ein französisches Sprichwort. „Und unsere beiden Städte haben vieles gemeinsam: Allen voran die Verbundenheit als Europäer, und den Willen, Europa weiter zu entwickeln.“ OB Peter Demmer hob hervor, dass gerade die Städtepartnerschaften einen entscheidenden Beitrag zu diesen Gemeinsamkeiten leisteten, dazu, dass sich Franzosen und Deutsche nach langen Jahren der Kriege und Konflikte heute als Freunde begegnen. „Vieles ist heute selbstverständlich, aber all das war und ist kein Selbstläufer.“ Das bekräftigte auch Gaëlle Bénizé-Thual, Beigeordnete für Städtepartnerschaften. Mit Blick auf bestehende Tendenzen zur Abgrenzung sagte sie: „Unsere Vorgänger haben diese Partnerschaft im Sinne Europas aufgebaut – eines Europas, das nicht trennt, sondern eint.“ Noch heute, unterstrich auch die Präsidentin des Comité de Jumelage Sauphie Maudit, werde diese Partnerschaft gelebt, „weil wir die gleichen Werte teilen.“

Zum ersten Mal seit Bestehen der Agence consulaire in Saarlouis begleitete auchDelegation in Sain Nazaire Honorarkonsulin Myriam Bouchon die offizielle Delegation, gemeinsam mit ihrem Vater und Amtsvorgänger Michel Bouchon. In einer schnelllebigen und komplexen Welt sei es wichtig, sagte sie, „dass unsere Völker aufeinander treffen, sich kennen und schätzen lernen und sich mit einem offenen Geist der Solidarität begegnen.“
Neben dem Empfang im Rathaus standen zahlreiche weitere Punkte auf dem Programm des Delegationsbesuches, an dem sich neben offiziellen Teilnehmern auch Vertreter von Vereinen und Privatpersonen beteiligten. Gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge vor Ort, aber auch die Vorbereitung von Treffen und Projekten auf Vereinsebene standen dabei im Mittelpunkt, ebenso wie erste Vorbesprechungen für das 50-jährige Partnerschaftsjubiläum im kommenden Jahr und das einjährige Jugendaustauschprojekt der Jungen Botschafter – OB Demmer: „Ein weiterer Meilenstein Delegation SN_8448 bunserer Zusammenarbeit.“ Auch die Beziehungen jenseits offizieller Besuche zu fördern sei wichtig, sagte Demmer. „Gerade diese Beziehungen werden noch engere Bindungen mit sich bringen und unseren gemeinsamen Weg für die Zukunft sichern und festigen die Freundschaft über Grenzen hinweg.“

Ein besonderer Wunsch zum Antrittsbesuch des Saarlouiser Verwaltungschefs war eine Führung im ehemaligen U-Boot-Bunker, der im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern im einstigen Herzen Saint-Nazaires gebaut wurde und der als eine der größten Bunkeranlagen Europas die Stadt in ihrem Zentrum vom Hafen trennte. Aus dem Kriegsschauplatz von damals ist heute ein Ort der Kultur und der Begegnung geworden, kein Kriegsdenkmal, sondern ein Platz, der mit seinen vielen Funktionen voll ins städtische Leben integriert ist.
Gemeinsam mit dem Saarlouiser Beauftragten für Menschen mit Behinderung, Frank Michler, besuchte OB Demmer zudem die Fête du sourire (Fest des Lächelns), bei dem verschiedene Inklusionsprojekte der Stadt an der Loire in lockerer Atmosphäre der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

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