40 Jahre Wolfspark Werner Freund

Der Wolfspark Werner Freund ist 40 Jahre alt. Seit seiner Gründung ist er immer weiter gewachsen und hat Veränderungen und Verbesserungen erfahren. Gerade in den letzten Jahren fanden umfangreiche Baumaßnahmen statt, die jetzt abgeschlossen sind. Beides war Anlass zu einem Bürgerfest, bei dessen Eröffnung Bürgermeister Marcus Hoffeld zahlreiche Gäste, darunter die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Umweltstaatssekretär Roland Krämer, die Landtagsabgeordneten Martina Holzner und Frank Wagner, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, Mitglieder der städtischen Gremien sowie Erika Freund, die Witwe von Werner Freund, begrüßte.
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„Der Wolfspark Werner Freund wurde in den vergangenen Jahren in insgesamt drei Bauabschnitten umfassend umgebaut und dessen Attraktivität weiter gesteigert“, erklärte Bürgermeister Hoffeld bei der Begrüßung. Als „Stadt der Wölfe“ verfüge Merzig mit dem Wolfspark über eine einzigartige touristische Attraktion – „ein Alleinstellungsmerkmal mit bundesweiter Ausstrahlung“. „Der Wolfspark ist ein wahrer Besuchermagnet und wird pro Jahr von etwa 100.000 Touristen aus allen Teilen der Welt aufgesucht“, betonte Marcus Hoffeld. Die Gesamtkosten aller drei Bauabschnitte belaufen sich auf rund 2,35 Mio. €. Davon erhielt die Kreisstadt Merzig vom saarländischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr aus Mitteln der Tourismusförderung einen Zuschuss in Höhe von 1.566.795 €.

Das „Erbe“ von Werner Freund bewahren

Für diese Förderung bedankte sich Bürgermeister Hoffeld sich bei der Landesregierung sowie bei dem Merziger Stadtrat und den entsprechenden Fachabteilungen sowie den beteiligten Firmen.
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Wolfsparks würdigte der Bürgermeister die Forschungsarbeit von Werner Freund. Als Gründer, Initiator und Motor des Merziger Wolfsparks habe er sich bis zu seinem Tode am 9. Februar 2014 über Jahrzehnte intensiv mit Wölfen beschäftigt, sie aufgezogen und als „Wolf unter Wölfen“ gelebt. „Sein „Erbe“ zu bewahren und die für sich sprechenden jährlich steigenden Besucherzahlen haben die Kreisstadt Merzig dazu bewogen, den Wolfspark Werner Freund stetig weiter als touristische Attraktion auszubauen“, unterstrich Marcus Hoffeld.
Zugleich richtete der Bürgermeister seinen Dank an Tatjana Schneider und Michael Schönberger für ihre kompetente und vorbildliche Arbeit im Wolfspark sowie an den „Förderkreis Merziger Wolfsgehege e. V.“ für dessen wertvolle Unterstützung.
Alle Gehege des Wolfsparks im Süd- und Nordareal inklusive der Umzäunung wurden komplett umgebaut und deren Fläche mehr als verdoppelt. Alle Gehege erhielten Ausweich- bzw. Notgehege. Die Wege wurden komplett instand gesetzt. Zur Unterhaltung der Gehege und zur Pflege der Tiere wurden neue „Betriebswege“ bzw. „Futtergänge“ geschaffen. Die notwendige Strom- und Wasserversorgung wurde neu angelegt. Ein weiterer wichtiger Baustein der Erweiterung sind mehrere Aussichtstürme, die es den Besuchern nunmehr ermöglichen, die Tiere noch besser zu beobachten.
Der 2,35 m hohe Außenzaun um den gesamten Park über eine Länge von über zwei Kilometer mit einem Untergrabschutz versehen. Ferner sind für das Team, das sich um den Wolfspark kümmert neue Personalräume entstanden. Die Zufahrtstraße zum Wolfspark sowie der Parkplatz wurden erneuert, eine Bushaltestelle angelegt, die Beschilderung verbessert und neue Informationstafeln angebracht.
Darüber hinaus wurde der Bau eines Eingangs- und Informationsgebäudes durch die Tourismusförderung ermöglicht, das im Rahmen des Förderprogramms „LEADER“ ausgestattet werden konnte. Die in Kooperation mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) erstellten Informationsmaterialien ermöglichen den Besuchern, mehr über den Wolf, dessen Verhalten und den Umgang mit Wölfen zu erfahren.

 

Aushängeschild für den Tourismus
„Der Wolfspark ist bundesweit einzigartig und ein wichtiges Aushängeschild für den saarländischen Tourismus“, erklärte Ministerin Anke Rehlinger. „Wir unterstützen das Projekt sehr gerne – das liegt zum einen am touristischen Potenzial der Kreisstadt Merzig, aber natürlich vor allem am eindrucksvollen Lebenswerk von Werner Freund. In naher Zukunft soll die Gastronomie im Bereich des Wolfsparks ausgebaut werden, auch das werden wir fördern, sagte die Ministerin.
„Der Wolfspark in Merzig mit seinem neuen, modernen Infozentrum leistet einen wichtigen Beitrag zur Information und Aufklärung der Bevölkerung“, erklärte Umweltstaatssekretär Roland Krämer. „Das ist um so wichtiger, als der Wolf ja deutschlandweit auf dem Vormarsch ist und früher oder später vielleicht auch das Saarland erreichen wird. Wir haben bereits 2015 einen Wolfsmanagementplan erarbeitet, um auf seine Ankunft vorbereitet zu sein“, sagte Krämer.
Heike Finke vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) ging auf die Panikmache ein, die die freiwillige Rückkehr des Wolfes begleite. Sie betonte der in freier Wildbahn lebende Wolf sei ein scheues Tier, das die Begegnung mit dem Menschen möglichst vermeide. Daher sei die Chance einem Wolf in der Natur zu begegnen äußerst gering.
In diesem Zusammenhang unterzeichneten Bürgermeister Marcus Hoffeld und Heike Finke9901 vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) eine Kooperationsvereinbarung. Der NABU wird vor dem Hintergrund der selbständigen Rückkehr des Wolfes nach Deutschland Informationsmaterial der Kampagne „Willkommen Wolf“ zur Verfügung stellen und die NABU-Wolfsbotschafter des Saarlandes werden an besonderen Veranstaltungen im Wolfspark teilnehmen. Ein Elektro-Wolfsmobil wird künftig Schulen und Kindergärten anfahren, um dort über den Wolf zu informieren.
„Trotz der umfangreichen Aufwertung des Wolfsparks Werner Freund wird die Kreisstadt Merzig auch in Zukunft auf die Erhebung eines Eintritts verzichten“, betonte Marcus Hoffeld. Dadurch sei gewährleistet, dass der Bereich des Wolfsparks uneingeschränkt auch für Naherholungssuchende und die Besucher des Premiumwanderweges „Wolfsweg“ zugänglich bleibe. Auch die von Werner Freund eingeführten Besuchervorträge und Schaufütterungen sollen weiterhin Bestandteil des Konzeptes bleiben.

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