Erfahrungsaustausch: Innenstadt trifft Stadtteile

Erfahrungsaustausch bei den 25. Partnerschaftsgesprächen zum Thema: Innenstädte aktivieren ohne die Stadtteile dabei zu vergessen als eine Kernaufgabe von Kommunen und ein wichtiges Anliegen von Saarlouis und seinen Partnerstädten gleichermaßen. Delegationen aus Eisenhüttenstadt, Saint-Nazaire und Saarlouis tauschten sich über ihre Ansätze und Erfahrungen aus.

 

Partnerschaftsgespräche 2018 (1) b Stadtentwicklung ist ein langwieriger Prozess – von den ersten Ideen bis zum fertigen Projekt vergehen meist Jahre. Neben städtebaulichen Erwägungen spielen dabei besonders zwei Aspekte eine Rolle: Einmal ist das der Bedarf vor Ort, denn was gebaut wird, muss auch dem entsprechen, was die Menschen benötigen und was ihnen wichtig ist. Zum anderen ist das die Finanzierbarkeit – denn von der Planung bis zum Bau kommen schnell Summen zusammen, die Kommunen aus eigenen Haushaltsmitteln nicht stemmen können. Umso wichtiger sind daher Fördermittel aus Land und vom Staat, aber auch aus EU-Förderprogrammen.
Um Erfahrungen und konkrete Projekte in diesem Bereich ging es bei den 25. Saarlouiser Partnerschaftsgesprächen an denen Vertreter aus Saint-Nazaire, Eisenhüttenstadt und Saarlouis teilnahmePartnerschaftsgespräche 2018 (2) bn.
Im Mittelpunkt aller drei Städte steht die Aktivierung von Zentrum und Stadtteilen. Bauliche und soziale Maßnahmen greifen dabei eng ineinander – vor allem beim Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt, das bereits seit einigen Jahren in Eisenhüttenstadt und nun auch in Saarlouis umgesetzt wird. Werden in Saarlouis momentan noch geeignete Standorte für die Stadtteilbüros in Roden und Fraulautern gesucht, ist das Stadtteilbüro offis in Eisenhüttenstadt längst zum wichtigen Zentrum für die Menschen geworden, um sich hier über aktuelle Entwicklungen zu informieren. In beiden Städten gibt es unmittelbare Beteiligungsmöglichkeiten durch sogenannte Quartierskonferenzen, in denen lokale Akteure mitwirken und die auch ein kleines Budget für eigene Projekte zur Verfügung haben.
In Saint-Nazaire indes wurden vom Stadtrat unabhängige Stadtviertelräte gebildet, um die Stadtteile zu stärken. Zudem gibt es sechs Stadtteilzentren, die Maisons de Quartier, in denen sich fast 500 freiwillige Mitarbeiter ehrenamtlich engagieren. Geleitet werden diese Einrichtungen von Bürgervereinen, von der Stadt erhalten sie Räumlichkeiten und eine finanzielle Förderung.
Partnerschaftsgespräche 2018 (3) bAuch um den Festungspark am Ravelin V ging es bei den Partnerschaftsgesprächen – ein Fallbeispiel, das deutlich macht, wie ein mit Mitteln der Städtebauförderung und EU-Förderung realisiertes Projekt aus einer Industriebrache ein Herzstück der eigenen Kulturgeschichte macht. Weitere Beispiele konnten die Seminarteilnehmer bei einer Exkursion nach Pirmasens vor Ort betrachten.

Einen wertvollen Blick über den Tellerrand boten die Saarlouiser Partnerschaftsgespräche. Sie zeigten immer wieder die Essenz einer erfolgreichen Stadtteilpolitik: die Bürger mit einzubeziehen und aktiv an den Prozessen zu beteiligen. Das ist zugleich eine große Herausforderung aber auch ein wichtiger Erfolgsfaktor beim Erreichen jenes Ziels, das alle drei Städte teilen: Ein angenehmes Lebens- und Wohnumfeld für ihre Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.

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