Marburg ließ den Royals keine Chance

Man muss sich nicht die Augen reiben, Marburg ließ den Royals keine Chance, sondern bestimmte das Geschehen von Anfang an. Und hellseherische Fähigkeiten muss man auch 0191nicht unbedingt haben, wenn man sagt, dass man sicher einen der Titelfavoriten der Spielzeit 2018/19 in der Stadtgartenhalle gesehen hat. Rasant legten die Blue Dolphins, das Team von Bundestrainer Patrick Unger, los. Nach 10 Minuten führten die Hessinnen mit27:11, 16 Punkte Vorsprung, manchem heimischen Fan wurde Angst und Bange. Im zweiten Viertel schlichen sich im Marburger Team Fehler ein und die Gastgeberinnen besannen sich darauf, dass sie eigentlich auch Basketball spielen können, guten Basketball sogar, phasenweise. Mit 25:20 0235ging das zweite Viertel an die Royals, es sollte allerdings das einzige Viertel bleiben, das sie gewannen. Halbzeitstand also 36:47, etwas Hoffnung keimte auf bei den Fans.
In der Pause haben die Gäste dann einige Stellschrauben angezogen – so Gästetrainer Unger – und das dritte Viertel lief ähnlich wie das erste: 26:14 für Marburg, das jetzt sicher mit 73:50 führte. Im letzten Viertel schalteten die Hessinnen dann im Gefühl des sicheren Sieges einen Gang zurück, gewann ihn aber trotzdem mit 19:15, so dass sie mit 92:65 Punkten nach Hause fahren konnten. Marburg hat damit im siebten Spiel der Runde zum siebten Mal gewonnen, während die Titelträger der letzten Jahre bereits zwei bzw. drei Niederlagen zu verzeichnen haben.

Unger: Wir ziehen keine rosa Brille an
„Trotzdem“, so sagte Patrick Unger „ziehen wir keine rosa Brille an. Wenn es auch gut gelaufen ist und wir mit 27 Punkten Vorsprung gewonnen haben, haben wir einige Fehler gemacht und die Defense war nicht immer gut. Das sind Fehler, an denen 0208wir noch arbeiten müssen. Insgesamt haben wir vielleicht etwas zu hoch gewonnen“.
Der Saarlouiser Trainer Ondrej Sykora sah das ähnlich und sagte ebenfalls „Das Ergebnis zeigt nicht den Spielverlauf. So schlecht waren wir nicht. Aber man hat den Unterschied zwischen einem erfahrenen, eingespielten Team, das schon mehrere Jahre zusammen spielt und unserer jungen Mannschaft gesehen. Unsere Trefferquote war nicht gut, wir hatten 34%, Marburg hatte 52 %, das schmerzt. Trotzdem hat unser junges Team zwei oder drei Mal den Abstand verkürzen können und das zeigt, dass die Mannschaft Potential hat. Marburg ist sicher einer der Favoriten auf den Meistertitel, deshalb müssen wir nicht unbedingt gewinnen. Gegen die Topmannschaften der Liga müssen wir0255 nicht auf alle Fälle gewinnen, wichtiger sind die Spiele gegen Mannschaften, die ein ähnliches Potential haben wie wir. Es bleibt dabei, unser erstes Ziel in dieser Saison ist es, den Abstieg zu vermeiden. Mit sehr viel Glück können wir aber auch die Play Offs erreichen, das wird die Zukunft zeigen“.
Erfolgreichste Spielerinnen bei den Royals waren Ariel Hearn mit 16 Punkten und 6 Rebounds vor Bronaza King Fitzgerald mit 15 Punkten und 8 Rebounds. Helmi Kristina Tulonen, die von ihrem finnischen Nationaltrainer beobachtet wurde, erzielte 10 Punkte.
Im Marburger Team erzielten fünf Spielerinnen ein zweistelliges Ergebnis, Tonisha Baker erzielte 19 Punkte, Finja Schaake kam auf 17 Punkte
Für die Royals stehen jetzt wieder zwei Auswärtsspiel auf dem Terminplan, zunächst am Donnerstag das sicherlich schwierige Nachholspiel beim Tabellenzweiten in Herne, zwei Tage folgt ein Spiel in Freiburg.

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