Wirtschaft und Verkehr standen im Vordergrund des Saarlouiser Neujahrsempfangs

Im gut besuchten Festsaal des Theaters am Ring fand der diesjährige Neujahrsempfang der 2382Stadt Saarlouis statt. Oberbürgermeister Peter Demmer blickte dabei zurück auf ein ereignisreiches Jahr und gab einen Ausblick auf 2019. Die Schwerpunkte lagen auf der wirtschaftlichen Entwicklung und Verkehrsfragen. Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang von Sabrina Boncourt und ihrer Band.

Bereits zu Beginn des Jahres 2018 sei eine Erfolgsmeldung für die gesamte Region und auch das Land eingegangen: die Entscheidung des Küchenherstellers Nobilia sich am Lisdorfer Berg anzusiedeln. 30 ha Gewerbefläche wurden gekauft, über 1000 neue Arbeitsplätze sollen im Endausbau hier entstehen. Mittlerweile ist die Entwicklung fortgeschritten, der Bauantrag ist bei der Saarlouiser UBA eingereicht und soll kurz vor der Genehmigung stehen. Die großen Flächen auf dem Lisdorfer Berg sind damit vergeben, die kleineren teilweise bereits bebaut, weiterer Bedarf ist vorhanden. Deshalb wird über eine Erweiterung des Gebietes westlich der B268 neu nachgedacht, die Peter Demmer für notwendig hält unter der Berücksichtigung von Umweltverträglichkeit. Insgesamt werden inklusive Nobilia und ohne die angedachte Erweiterung hier 2300 neue Arbeitsplätze entstehen. Dies sei, so der Oberbürgermeister, auch vor dem Hintergrund der unerfreulichen personellen Entwicklungen beim Autobauer Ford besonders wichtig. Im Zusammenhang mit den anstehenden Entscheidunge2371n bei den Saarlouiser Ford Werken hat ein Gespräch mit der Werksleitung offenbar ergeben, dass der Abbau von 1600 Arbeitsplätzen unausweichlich ist. Demmer betonte, dass er, seine Verwaltung, der Stadtrat sowie auch Landrat Patrik Lauer und der Kreistag voll hinter den Bemühungen auf einen dauerhaften Erhalt des Saarlouiser Werkes stehen und sich nach Kräften dafür einsetzen. Die positive Entwicklung auf dem Lisdorfer Berg sei auch wichtig angesichts der dunklen Wolken, die über der Stahlindustrie hängen infolge der weltweiten Überkapazitäten, der amerikanischen Schutzzölle, des Brexit und der besonders ausgeprägten Umweltforderungen der EU. Auch hier tritt Saarlouis gemeinsam mit der Landesregierung für Maßnahmen ein, die eine mit anderen Ländern vergleichbare Stahlproduktion zulassen und es erlauben den auch hier den offenbar vorgesehenen Personalabbau möglichst gering zu halten.
Zu den positiven wirtschaftlichen Aspekten gehört die Erweiterung der Inexio. Auch die Expo sei ausgesprochen erfolgreich verlaufen. Die Förderprogramme „Soziale Stadt“ seien in den Stadtteile Roden und Fraulautern gut angelaufen, Quartiermanagerinnen haben hier ihre Tätigkeit aufgenommen und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Erfolgsmeldungen bei den Verkehrsentlastungen

Im großen Bereich Verkehrsentlastung gab es Erfolgsmeldungen: die Ortsumfahrung Roden wird durch den Weiterbau der B 51 neu in Angriff genommen. Als erste Maßnahme hierfür hat der Neubau der Autobahnbrücke der A 8 am Autobahndreieck Saarlouis begonnen. Dieser Neubau und die damit verbundene Anhebung der Brücke ist für die Realisierung der Ortsumgehung notwendig. Bis 2022 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein und anschließend der Rückbau der Ortsdurchfahrt Roden realisiert werden. Eine Erfolgsmeldung Neujahrsempfang 2gab es auch in Fraulautern, wo der Lückenschluss zwischen der A 8 in Saarwellingen und der B 51 neu den Durchgangsverkehr reduzieren soll. Längere Verhandlungen haben jetzt ergeben, dass die Maßnahme in Angriff genommen werden kann. Das Beste daran: das zuständige Ministerium hat sich bereit erklärt den Bau des Ostrings komplett zu übernehmen, eine Entscheidung, die den städtischen Finanzen sehr gut tut. Doch vor einigen Wochen kam ein Wermutstropfen: der Baubeginn soll erst 2030 sein. Dies sei nicht hinnehmbar und darüber wird noch zu verhandeln sein, auch mit Unterstützung der benachbarten Gemeinden. Ein Problem stellt die Eisenbahnbrücke im Ortszentrum dar, die erneuert werden muss. Das Landesamt hat mitgeteilt, dass die Brücke unverzichtbar ist, weil hier zwei Bundesstraßen aufeinandertreffen. Viele Bürgerinnen und Bürger möchten die Brücke an dieser Stelle aber nicht mehr haben. Hier prallen gegensätzliche Standpunkte aufeinander, die beide ihre Berechtigung haben. Die Entscheidung liegt nicht in den Händen der Stadt, die Stadtverwaltung wird dennoch versuchen, die bestmögliche Lösung für Fraulautern herbeizuführen.
Positiv entwickelt sich der Städtetourismus. 2018 fanden 260 Stadtführungen in Saarlouis statt, weitere Gästeführer wurden ausgebildet. Der Ravellin V geht mit dem Beginn des 5. Bauabschnitts seiner Vollendung entgegen.
Auch im Klimaschutz gibt es weitere positive Entwicklungen, die auch international auffallen wie der Arbeitsbesuch des niederländischen Königspaares zeigte. Ebenso gibt es kulturell vielfältige Entwicklungen, erkennbar beispielsweise an der Skulpturenausstellung von Robert Schad zeigt, die gemeinsam mit der Stadt Metz und mit dem Institut für aktuelle Kunst realisiert wurde.

50 Jahre Partnerschaft mit St.Nazaire
Besondere Bedeutung wird im Jahr 2019 die 50jährige Partnerschaft mit St. Nazaire haben, die mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Begegnungen gefeiert werden wird. Die französische Generalkonsulin Madame Robinet, die unter den Gästen des Neujahrsempfangs weilte, hat angekündigt, dass die Feiern zum französischen Nationalfeiertag am 14.Juli diesmal in Saarlouis stattfinden werden. Peter Demmer erklärte, er empfinde dies als eine Ehre. Die Zusammenarbeit mit den französischen Freunden sei wichtig und soll weiter vorangetrieben werden. Auch deshalb möchte der Oberbürgermeister das Netzwerk der Festungsstädte reaktivieren. Sabrina Boncourt und Band
Dank sagte Peter Demmer den ehrenamtlich tätigen Mitbürgern für ihre vielfältigen Aufgaben in den verschiedensten Bereichen. In 2019 werden notwendige Sanierungsmaßnahmen in Schulen und Hallen beginnen, die einige Beeinträchtigungen erforderlich machen werden, aber unvermeidlich notwendig sind. Der soziale Wohnungsbau wird durch den GBS weiter vorangebracht mit Projekten im Husarenweg und in der Herrenstraße. Sanierungsmaßnahmen in die Infrastruktur, Gehwegeausbau, Kanäle und Straßendecken, Ausbau des Radwegenetzes werden fortgesetzt unter dem Diktat solider Haushaltsführung.
Oberbürgermeister Demmer erinnerte auch daran, dass 2019 eine Vielzahl von Wahlen anstehen. Gerade vor den Bemühungen radikaler Kräfte, die sich anschickten, die Macht in Europa zu übernehmen – und dies in zu vielen Staaten Europas bereits zur Realität gemacht hätten – sei es immens wichtig vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und demokratisch zu wählen.

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