Royals im do-or-die Modus

Blicken wir zunächst zurück auf das letzte Wochenende, das für die Royals eines Angela Rodriguez setzte mit ihren fünf Dreiern ein Markenzeichenvon mehreren Endspielen war. Der Gegner, die Katzen aus Chemnitz lagen in der Tabelle einen Platz und einen Punkt vor den Royals, Schlagdistanz also. Für die Gegnerinnen eine ähnliche Situation, es galt es doch für sie zu siegen, um die Royals weiterhin hinter sich zu wissen und den Abstand auf drei Punkte zu vergrößern. Beste Aussichten also für ein Spiel mit flatternden Nerven. Und genau das entwickelte sich auch, wobei die Chemnitz zu den jeweiligen Anfangsphasen der einzelnen Viertel offensichtlich besser gerüstet an den Start kamen.
Die Katzen trugen die feuerroten Trikots und so legten sie auch los. 0-2, 0-4, 0-6. Es war verdächtig ruhig in der Halle. Nur die eifrigen Saarlouiser Trommler taten alles, um die Stimmung anzuheizen. Der Druck auf die Spielerinnen war enorm, auch bei den GegnerinnBronaza Fitzgerald ist immer ein starker Punktelieferanten. Keine wollte einen Fehler machen und vielleicht gerade deshalb machten alle Fehler, mal mehr, mal weniger.
Zwei Spielerinnen ließen sich allerdings kaum beeindrucken, Maja Hood auf Chemnitzer Seite überragte alle mit beeindruckenden 26 Punkten und 14 Rebounds, und Angela Rodriguez auf Seiten der Royals sorgte mit starken fünf Dreiern bei acht Versuchen dafür, dass es Chemnitz nie gelang, dem Spiel den Deckel aufzusetzen.
In jedem Viertel das gleiche Spiel: Chemnitz verschaffte sich einen Vorsprung, Saarlouis verlor reihenweise Bälle und kämpfte sich trotzdem immer wieder ran. Im ersten Viertel auf 20:20, im Ariel Hearn trug 14 Punkte zum Sieg der Royals beizweiten gingen sie sogar bis zur Halbzeit mit 37:35 in Führung, im dritten kamen sie dann gar nicht ins Rollen, sondern auf einen 12 Punkte Rückstand und kämpften sich dann doch wieder auf drei Punkte heran. Im Schlussviertel sorgten dann Ariel Hearn und die Macht der Zuschauer für einen glücklichen Saarlouiser Sieg (73:68) und das passende Geburtstagsgeschenk für Headcoach Ondrej Sykora. Die Statistik des Spiels liest sich teilweise erschreckend: So traf Chemnitz nur einen von 24 Dreierversuchen, Saarlouis verzeichnete 21 Ballverluste und die Schiedsrichter pfiffen insgesamt 46 Fouls.
Nervenflattern also mit dem besseren Ende für Saarlouis, in jeder Hinsicht: die Royals gaben die rote Laterne ab an Chemnitz und liegt jetzt einen Punkt vor den Katzen.

Das nächste Endspiel
aaaber Chemnitz und Braunschweig, die beiden Mannschaften mit denen Saarlouis letztendlich um den Abstieg kämpfen muss, haben noch ein Spiel mehr im Spielkalender. Sie können also einmal mehr punkten und die Royals können dies nur verhindern, wenn sie in den kommenden fünf Spieltagen mindestens genau einmal mehr gewinnen als die beiden Gegner. Einen Vorteil haben die Royals dabei: am letzten Spieltag kommt Braunschweig nach Saarlouis. Und das kann dann ein echtes Endspiel werden, denn die Braunschweigerinnen haben aktuell exakt einen Punkt Vorsprung vor den Royals.
Die Nervenschlacht geht an diesem Wochenende weiter: die nächste schwere, jedoch durchaus lösbare Aufgabe für die Royals: die Flippo Baskets BG 74 Göttingen warten auf sie.
Schließlich hat man das Heimspiel gegen Göttingen sicher gewonnen, obwohl man dafür im Nachgang mit einem Dreipunkteabzug und 0:20 bestraft wurde. Aber das hatten wir ja schon …
Göttingen hat in dieser Saison bewiesen, dass sie sehr heimstark sind, haben Keltern, Wasserburg, Freiburg und Braunschweig zuhause geschlagen.
Gelingt es den Royals sich freizumachen von dem Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, und ähnlich cool aufzuspielen wie beispielsweise in Marburg, stehen die Chancen nicht schlecht, dass man die Punkte mitnimmt, den Rückstand auf die Flippo Baskets auf einen Punkt verringert und die eigenen Chancen verbessert.

Print Friendly, PDF & Email