Bye, bye Bundesliga – die Royals steigen ab

Aus. Aus. Das Spiel ist aus. Aus und vorbei. Die Saarlouis Royals haben das letzte, das entscheidende Spiel verloren. Braunschweig siegte mit 70:65 und erreicht die Play Offs. Saarlouis steigt ab in die zweite Liga, aus sportlicher Sicht zumindest. Die über 1000 Besucher in der ausverkauften Stadtgartenhalle, die das heimische Team zeitweilig frenetisch angefeuert hatten, waren enttäuscht. Über 1000 Besucher feuerten die Royals an und waren am Ende enttäuscht: Die Royals steigen ab.
Das Spiel war geprägt von Nervosität auf beiden Seiten. Alle wussten was auf dem Spiel stand. Für beide Mannschaften galt, sicher ist der Abstieg nur mit einem Sieg zu vermeiden. Ein klein wenig besser hatten die Gäste von der Oker ihre Nerven im Zaum. Gleich zu Beginn zeigten sie, wo Bartel den Most holt: nach gut vier Minuten führten sie mit 11:4. Die Royals Mannschaftskapitän Kimberly Pohlmann wollte nicht mehr absteigen. sie erzielte in diesem Spiel 13 Punkte 3889wirkten unkonzentriert, trafen Fehlentscheidungen während die Eintracht konzentriert am Werk war. Zum Ende des ersten Viertels führten die Gäste mit 24:14. War’s das? Zunächst schien es so, die Braunschweigerinnen spielten mit einer starken Defense, aufmerksam. Ondrej Sykoras Royals blieben hingegen hektisch, zunächst jedenfalls. Etwa Mitte des zweiten Spielabschnitts kamen sie dann langsam besser ins Spiel, während sich jetzt Fehler bei den Gegnerinnen einschlichen. Das Viertel ging mit 23:15 an die Gastgeberinnen, zur Pause führten die Braunschweigerinnen nur noch knapp mit 37:39 Punkten.King Fitzgerald gehört zu besten Rebounderinnen der Liga, Auch ihre Punktausbeute kann sich sehen lassen. Sie war sicher die beste Allrounderin im Saarlouiser Team
Aus Chemnitz, wo das zweite „Endspiel“ des Tages stattfand, kam die Kunde, die ChemCats führen zur Pause mit 44:38, hatten also zu diesem Zeitpunkt die Royals überholt.
Ob diese Kunde die Teams in Saarlouis lähmte, weiß man nicht. Die Nervenkostüme flatterten jedenfalls noch stärker, bei beiden Teams. Die Spielerinnen auf beiden Seiten ließen Punkte liegen. Knapp vier Minuten vor Ende des dritten Viertels ging Saarlouis durch einen Dreier von Ariel Hearn mit 46:44 in Führung. Es folgt der Ausgleich durch die Schwedin Matilda Claesson, In diesem Spiel erzielte sie 10 Punkte und 8 Reboundsanschließend durch zwei Freiwürfe wieder die Führung der Braunschweigerinnen. Nach dem dritten Viertel führen diese mit 52:48. Aus Osten kommt jetzt die Kunde Chemnitz führt mit 61:49 gegen Nördlingen. Spätestens jetzt wird klar, die Entscheidung über den zweiten Absteiger fällt in Saarlouis. Hier wogt das Spiel hin und her, immer wieder kommt es zum Ausgleich, 54:54 sieben Minuten vor Schluss, 57:57 als noch fünf Minuten zu spielen sind. Drei Minuten vor Schluss führen die Gäste mit 63:67. Als noch 1:20 Minuten zu spielen sind, steht 65:68. Die Aufsteiger spielen in den letzten Sekunden abgeklärter, erzielen noch einen Korb, das Spiel endet 65:70, der Absteiger steht fest. Ariel Hearn war mit 338 Punkten die zweitbeste Scorerin der LigaEine Entscheidung, die nach der Meinung vieler Fans nicht ausschließlich am letzten Spieltag gefallen ist, sondern bereits bei einigen unnötigen Niederlagen im Lauf der Saison, die sich der zweifache Deutsche Meister und dreifache Deutsche Pokalsieger geleistet hat.
Dem ist nicht viel hinzuzufügen
Unter den Besuchern weilte der Erfolgstrainer aus dieser erfolgreichen Zeit; René Spandauw, der uns folgendes Statement gab: „Das Niveau in der ersten Liga war in diesem Jahr so schwach, wie es jahrelang nicht war. Das liegt in erster Instanz natürlich an der Qualität der Spielerinnen. Ich denke, dass Saarlouis auch keinen sehr starken Kader hatte. Und wenn sich dann auch noch Spielerinnen verletzen, wird es noch schwerer. Wenn man keine erfahrenen Spielerinnen hat, die mit dieser Drucksituation umgehen können, wird es noch härter. Das war ähnlich in der Saison, in der die Royals zum ersten Mal in die zweite Liga absteigen mussten. Für Saarlouis, Komma, aber auch für die DBBL tut mir der Abstieg leid . Nach meiner Meinung ist Saarlouis als Standort  aufgrund der Tradition und Geschichte enorm wichtig für den deutschen Damen Basketball.“
Dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Nur vielleicht, dass man jetzt versucht die Punkte, die am grünen Tisch aberkannt wurden vor Gericht zurückzuholen. Nun, ein alter Spruch sagt „Auf hoher See und vor deutschen Gerichten ist alles möglich“. Wenn es zu einer solchen Entscheidung käme und dadurch ein anderer Verein absteigen müsste, hätte dies nach Ansicht Enttäuschung pur bei Chefcoach Ondrej Sykoravieler neutraler Betrachter einen haut goût. Die zweite Bestrebung, einfach die Liga aufzustocken – das würde bedeuten das neben den beiden „regulären“ Aufsteigern noch ein weiterer Aufsteiger sowie Saarlouis hinzukommen müsste, gefällt vielen ebenfalls nicht, weil damit erstens ein Präzedenzfall geschaffen würde und zweitens die Existenz der zweiten Liga gefährdet würde. Diese Gefahr bestand bereits zu Beginn der jetzt zu Ende gehenden Saison, weil es einfach nicht genügend Vereine gab, die sich das finanzielle Abenteuer zweite Liga leisten können.
Krempelt die Ärmel hoch!
Weitere Anmerkung: als die Royals unter Trainer Spandauw abgestiegen sind in die zweite Liga, sagte man „Wir krempeln jetzt die Ärmel hoch und steigen im nächsten Jahr wieder auf“. Die Royals sind wieder aufgestiegen und wurden Deutscher Vizemeister. Vielleicht sollte man sich daran erinnern. Mit einem Nachwuchsteam wird das allerdings nicht zu schaffen sein.

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