20.000 Euro für die Renaturierung von Lannenbach und Seffersbach

Land und Kommunen arbeiten seit Jahren daran, den saarländischen Gewässern  ihr natürliches Bett zurückzugeben. Derzeit plant die Gemeinde Losheim am See, die ökologische Durchlässigkeit des Lannenbaches und Seffersbaches wiederherzustellen. Dazu sollen insgesamt sechs kleinere Wehre abgerissen werden. Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz fördert das Vorhaben gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit rund 20.000 Euro. Einen entsprechenden Zuwendungsbescheid überreichte Umweltstaatssekretär Roland Krämer dem Bürgermeister der Gemeinde Losheim am See, Lothar Christ. Unser Foto zeigt (vlnr): Helmut Ollinger (Angelsportverein), Werner Ludwig (Umweltamt Gemeinde Losheim am See), Bürgermeister Lothar Christ, Umweltstaatssekretär Roland Krämer und Stefan Scheid (Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz) Foto: Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz | Mathias Mauermann
„Begradigte und betonierte Bäche und Flüsse sind ein Risiko für Hochwasser, aber auch für die Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen. Daher sehen wir uns nach wie vor in der Pflicht, diese Umwelt-Sünden der Vergangenheit zu beseitigen, naturnahe Lebensräume wiederherzustellen und unsere Bäche als Lebensadern der Natur erneut in ihren Urzustand zurückzuversetzen“, so der Staatssekretär bei seinem Besuch in der Naturpark-Gemeinde Losheim am See.
Im 19. und 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Fließgewässer im Saarland den Bedürfnissen der sich rasant entwickelnden, modernen Industriegesellschaft angepasst. Sie hatten dem Abtransport von Abwasser zu dienen, wurden „gebändigt“, um die mechanisierte landwirtschaftliche Bewirtschaftung zu erleichtern, und sollten dem schadlosen Hochwasserabfluss leistungsfähig zur Verfügung stehen. Die ökologischen Funktionen der Gewässer gingen dabei oft verloren, und es kam zu einer Verarmung an Fischen und Kleinlebewesen. So auch in Losheim am See. Das soll sich nun ändern.
Die Planung sieht vor, am Lannenbach vier und am Seffersbach zwei alte kleinere Wehranlagen, die der Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen dienten, abzureißen. Da die Stauanlagen keinerlei Funktion mehr erfüllen, werden die Betonteile mittels Bagger angebrochen, zerkleinert und verbleiben als Lebensräume für Reptilien im Gewässer. „Mit diesen minimalen Eingriffen verbunden mit relativ geringem Aufwand und niedrigen Kosten wollen wir die Gewässer wieder in die Lage versetzen, sich selbst zu entwickeln. Solche Initialmaßnahmen zur Gewässerentwicklung, wie hier in Losheim am See, entsprechen dem Stand der Technik eines zeitgemäßen Wasserbaus“, so Krämer.
Gemäß der „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen des naturgemäßen Wasserbaus und der Gewässerentwicklung“ gewährt das Umweltministerium bis zu 90 Prozent Förderung aus Landesmitteln.

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