Jubiläum einer Städtepartnerschaft: Freundschaft ist das Schlüsselwort

Das 50-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Saint-Nazaire und Saarlouis stand im Zeichen einer gelebten Freundschaft. So war der Festakt im Theater am Ring zwar würdig und stilvoll, aber eben doch locker und leicht wie es eben bei einem Treffen unter Freunden ist. Dennoch blieb die historische Bedeutung des deutsch-französischen Miteinanders im Blickpunkt. Dies soll weiter gestärkt werden, deshalb erneuerte man Partnerschaftsversprechen von 1969 als beurkundetes Freundschaftsversprechen.
StadtjubiläumUnterzeichnet wurde diese neue Urkunde von der Beigeordneten von Saint Nazaire, Gaëlle Benizé-Thuat und von dem Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer. Das Besondere daran: Gaëlle Benizé-Thuat ist die Enkelin von Etienne Caux, ehemaliger Bürgermeister von St. Nazaire, der 1969 gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister von Saarlouis, Dr. Manfred Henrich die Partnerschaft mit ihrer Unterzeichnung begründete. Und genau in diesem Jahr 1969 wurde auch Gaëlle Benizé-Thuat geboren. Caux und Henrich hatten sich bei einem Kongress europäischer Sozialisten kennengelernt, die Chemie zwischen beiden stimmte, so kam die Partnerschaft zustande.

Zu der eingeschlagenen Lockerheit passte es, dass die „offiziellen“ Reden nicht durch einen Dolmetscher übersetzt wurden, sondern dass sie zeitgleich in der jeweils anderen Sprache mit einem Beamer auf eine Leinwand geworfen wurden. So konnten die französischen Gäste, eine etwa 80 Personen starke Delegation aus St.Nazaire der Rede von Peter Demmer zeitnah folgen und umgekehrt die deutschen Besucher den Worten der französischen Beigeordneten. Wobei am Rande zu bemerken bleibt, dass die Veranstaltung durchaus einige Saarlouiser Besucher mehr vertragen hätte.

Gaëlle Benizé-Thuat begann ihre Ausführungen mit ein einer Rückblende auf Sätze desStadtjubiläum Vertragsunterzeichnung damaligen französischen Außenministers Aristide Briand, der in St.Nazaire aufgewachsen ist. Dieser hatte bereits 1929 erklärt, dass die Völker Europas in eine „vereinende Verbindung“ eintreten müssten. Diese Gedanken seien durch den Nationalsozialismus und seine Folgen unterbrochen worden, aber durch General Charles de Gaulle und Konrad Adenauer, die man als Gründerväter Europas betrachten müsse, wieder aufgenommen worden. Dafür sei der Elysée Vertrag von 1963 die Grundlage.
Die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Partnerstädten seien durch das Engagement der Bürgermeister und Oberbürgermeister, insbesondere durch Joël Batteux und Roland Henz vertieft worden. In den zurückliegenden 50 Jahren seien viele Austausche organisiert worden sowie Begegnungen in der Politik, zwischen Schulen und Sportvereinen, Kulturvereinen und manchem mehr Dabei seien tiefe Freundschaften entstanden, die andauern. Für viele St. Nazairer sei Saarlouis ihr zweites Zuhause. Diese Begegnungen möchte man weiter ausbauen, um die Ideale der Vorfahren auszubauen. „Unser Europa ist ein Europa der Menschen“, sagte Bénizé-Thual, „und wir müssen sehr darauf bedacht sein, es gegenüber extremistischem Nationalismus zu verteidigen.“

„Freundschaft ist das Schlüsselwort unserer Beziehung“, sagte OB Peter Demmer. „OhneStadtjubiläum, Freundschaftsversprechen, Vertragsunterzeichung Freundschaft existiert Partnerschaft nur auf dem Papier.“. Dabei war zu spüren, dass ‚Freundschaft‘ mehr als ein Schlagwort unter vielen ist – sie wird gelebt, sie ist es, die das Miteinander beider Städte seit einem halben Jahrhundert prägt.
Im Saal seien Gäste und Gastgeber aus allen Jahrzehnten der Partnerschaft, alte Hasen und ganz neu Dazugekommene. Viele blicken auf jahrzehntelange, gemeinsame Erinnerungen zurück. „Jeder von Ihnen ein Mosaiksteinchen, eine Facette dieser wunderbaren Städteverbindung“, sagte Demmer.

Zum Ausdruck kam das symbolisch in einem Partnerschaftsmosaik, das aus vielen kleinen Einzelaufnahmen entstand und in einem Null-Euro-Schein mit Partnerschaftsmotiv. Symbolkräftig war auch die Unterzeichnung der neuen Partnerschaftsurkunde. Demmer: „Den Partnerschaftsvertrag schreiben wir fort als Freundschaftsvertrag.“ Peter Demmer bekräftigte Stadtjubiläumdie Ausführungen von Gaëlle Benizé-Thuat mit den Worten: „Wir brauchen mehr Treffen, mehr Begegnungen, mehr Austausch, mehr Ideen, mehr Projekte, mehr Akteure. Das „Mehr“ werden wir leben.“ Dass es dafür auch Bedarf gibt, zeigte das von Christian Schu produzierte Filmprojekt „50 Botschaften für Frieden und Freundschaft“, in dem junge Menschen aus beiden Städten ihre Positionen zu Frieden, Freundschaft, Europa und zur Städtepartnerschaft zum Ausdruck brachten. Aus diesem Film entnommen ist auch der letzte Satz der neuen Freundschaftsurkunde. Er lautet: „Deutsch-französische Freundschaft schützt den Frieden“.
Für Eisenhüttenstadt nahm Katrin Fiegen stellvertretend für Bürgermeister Frank Balzer an dem Jubiläum teil. Sie überbrachte die Glückwünsche zur „Goldenen Hochzeit“ der Partnerschaft Moderiert wurde der Festakt geschickt und charmant von Hans-Werner Strauß und Nicole Dupré zweisprachig. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt vom Jugendorchester des der Spielgemeinschaft Lyra Lisdorf-Picard.

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