Gefahren der Spielsucht wurden verdeutlicht

Kreis Merzig. 241 Personen aus dem Landkreis Merzig-Wadern sind glücksspielsüchtig, das teilte die Landesfachstelle für Glückspielsucht mit. Vor allem Jugendliche sind besonders gefährdet. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat sich der Anteil der 18- bis 20-jährigen, die an Geldspielautomaten spielen, in den letzten Jahren verdreifacht. Der Verlust von Familie, Freunden, Arbeitsplatz und jeglichem Hab und Gut sind die Folgen dieser oft unterschätzen Erkrankung.
Eine Veranstaltung des Forums für Suchtfragen des Landkreises Merzig-Wadern informierte in der Merziger Innenstadt über die Gefahren der Glücksspielsucht. Dabei konnten sich Interessenten über die Erkrankung und mögliche Hilfseinrichtungen bei Stephanie Jecke vom Haus der Arbeiterwohlfahrt Merzig, Caterina Diliberto-Muscarella vom Sozialwerk Saar-Mosel, Dieter Frank von der Mobilen Praxis für Heilpädagogik und Gabriele Wahlen vom Gesundheitsamt des Landkreises ungezwungen informieren.Übergabe
„Mit allen Sinnen sollte den Leuten verdeutlicht werden, wie gefährlich Spielsucht sein kann und vor allem, wie gering die Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes ist“, erklärte Gabriele Wahlen. Für diesen Zweck bauten die Mitarbeiter des Forums für Suchtfragen ein Linsenlotto auf. Unter 18.000 roten Linsen befand sich eine schwarze. Die Passanten konnten testen, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, die schwarze Linse zu finden. Mit diesem Spiel sollte verdeutlicht werden, wie niedrig die Gewinnchancen bei Lotto und Toto sind. Die Simulation eines 6ers mit Zusatzzahl durch Linsen würde 4,3 Tonnen wiegen. „Deine Meinung ist gefragt“ hieß es bei dem Bodenposter. Hier konnten die Teilnehmer ihre Einschätzung zu Meinungen und Vorurteilen wie zum Beispiel „Wer viel zockt, verliert seine Freunde“ oder „Internet-Poker ist legal“ kund tun und mit den Forumsmitgliedern ins Gespräch kommen. Die richtigen Antworten brachten viele Menschen zum Nachdenken. Bei dem Spielerbuffet wurde deutlich, wie wenig Spielsüchtige zum Leben brauchen: „Kaffee, alte Plätzchen und Kleingeld sind manchen Süchtigen schon genug“, so Gabriele Wahlen. Die aufgebauten Dinge sollten den Passanten zeigen, wie eingeschränkt die Wahrnehmung der Betroffenen ist.
Der gesetzlich erlaubte Maximalverlust an einem Spielautomaten beträgt 80 Euro pro Stunde. Um zu zeigen, was man sich für diesen Betrag alles kaufen kann, befand sich ein Einkaufswagen gefüllt mit Lebensmitteln im Wert von 80 Euro neben dem Stand. Die Waren wurden vom Rewe Lebensmittelmarkt in Merzig gespendet und am Ende der Veranstaltung an die Merziger Tafel weitergegeben. Sabine Strauch, Geschäftsführerin von der AG Altenhilfe Merzig e.V., nahm die Waren für die Tafel entgegen: „Wir freuen uns über die Spende und unsere Kunden freuen sich noch mehr.“
Gabriele Wahlen ist mit der Resonanz an diesem Tag zufrieden „Es gab Leute, die gezielt kamen, weil sie von der Aktion gehört haben, aber es blieben auch viele Passanten stehen, um sich über das Thema Glücksspielsucht und die Beratungs- und Hilfsmöglichkeiten im Landkreis zu informieren.“

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