Solidarität aus Saarlouis: Rund 40.000 Euro für das Ahrtal

Fast 40.000 Euro kamen beim Spendenaufruf der Kreisstadt Saarlouis zusammen, um damit den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe zu unterstützen. Oberbürgermeister Peter Demmer überbrachte die Spende persönlich. Vor Ort machte er sich ein Bild von den verheerenden Auswirkungen der Flut und dem aktuellen Stand des Wiederaufbaus.

Es ist ein Stück deutscher Zeitgeschichte, ein nationales Trauma: Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat ganze Landstriche zerstört, tausende Menschen waren unmittelbar von der Wucht der Wassermassen betroffen. Fünf Monate späterCornelia Weigand, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Altenahr und OB Peter Demmer bei der Überreichung des symbolischen Spendenschecks in Höhe von fast 40.000 Euro. ist jede Normalität noch weit entfernt. Um den Wiederaufbau in den betroffenen Gebieten zu unterstützen, hat die Kreisstadt Saarlouis wenige Tage nach der Flut ein Spendenkonto eingerichtet. Die Spende in Höhe von 39.564 Euro hat OB Peter Demmer nun persönlich in der Verbandsgemeinde Altenahr überreicht.

Rund die Hälfte der gut 130.000 Einwohner im Landkreis Ahrweiler lebt entlang der Ahr. Mehr als 40.000 Betroffene hat die Flut hier hinterlassen, darunter mehr als 130 Todesopfer. Zu den betroffenen Gebieten im Kreis zählt auch die Verbandsgemeinde Altenahr. Alleine hier erlitten 1.400 Häuser Flutschäden, 1.000 davon sind komplett verloren, berichtet Bürgermeisterin Cornelia Weigand. Fünf Monate nach der Katastrophe trifft sich der Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer mit ihr im Foyer eines Hotels am Rande der Sommerrodelbahn am Rossberg. Hier hat die Verwaltung provisorisch ihr Quartier bezogen. Das Rathaus in der gleichnamigen Ortsgemeinde Altenahr kann seit der Flut nicht mehr genutzt werden.

Erschüttert von den noch frischen Eindrücken der Nachrichtenbilder, richtete die Kreisstadt Saarlouis gleich nach der Flut ein Spendenkonto für die Flutopfer ein, fast Wohnhäuser, Infrastruktur, Gaststätten, Hotels, Schulen: Die Flutkatastrophe im Ahrtal hinterließ ein flächendeckendes Bild der Zerstörung. Altenahr (3)40.000 Euro kamen dabei an Spendengeldern zusammen. Bei der Suche nach einem geeigneten Projekt, dem diese Summe zukommen soll, fiel der Blick auf die Ortsgemeinde Dernau in Altenahr. Seit Monaten hilft Elektriker Patrick Hector aus Dillingen hier ehrenamtlich, in der Lokalpresse wurde mehrfach über ihn berichtet. Der Kontakt war schnell hergestellt, ein sinnvolles Projekt gefunden: Mit den Spenden aus Saarlouis wird in Dernau nun der Wiederaufbau von Kindergarten und Sportanlage gefördert, weitere Teile der Summe fließen in sonstige Hilfsmaßnahmen im Rahmen der Katastrophenhilfe. „Uns war es wichtig, dass die Spende nicht in der Masse aufgeht, sondern einem konkreten Projekt zugeführt wird“, erklärt OB Peter Demmer, der von der Solidarität und Spendenbereitschaft der Menschen in Saarlouis beeindruckt ist.

Im Anschluss an die symbolische Scheckübergabe macht sich der Saarlouiser Verwaltungschef gemeinsam mit Ulla Dismon von der Verbandsverwaltung Altenahr in mehreren betroffenen Ortsgemeinden ein Bild von den Folgen der Flut. Erst vor Ort werden die Eindrücke, Erzählungen und Zahlen rund um die Katastrophe wirklich greifbar: Zahllose Häuser sind hier bis in den ersten Stock komplett entkernt. „Im Grunde stehen da Rohbauten“, sagt Dismon, „und zwar nicht einzelne, sondern flächendeckend.“ Auch Hotels, Gastronomie und Campingplätze in der Region, für die der Tourismus wichtig ist, wurden großflächig zerstört. Manch einer ist zuversichtlich, Aufgeben ist keine Option für Bürger des Ahrtals Altenahr (4)schon im nächsten Jahr wieder eröffnen zu können, während anderswo noch jede Perspektive fehlt. Trotzdem: „Die Botschaft lautet: Kommt vorbei“, sagt Dismon. „Besucher in den Weinbergen bringen auch ein Stück Normalität zurück ins Ahrtal und sie helfen dabei auch den Betrieben, die es hier noch gibt.“

Ob in Rech, Altenburg oder Kreuzberg – die Bilder sind überall die gleichen: Abrisslücken in den oft historischen Häuserzeilen, zerstörte Brücken, die Straßen noch immer mit matschigem Dreck überzogen. Zum Teil ist die Asphaltdecke zerstört, ganze Abschnitte sind nicht oder kaum befahrbar. Die Orte sind geprägt von Baumaschinen und Handwerkerfahrzeugen, von Container- und Zeltbauten, selbst eine mobile Kläranlage ist hier in Betrieb, die eigentlich für den Einsatz in Bangladesch errichtet wurde. Und überall: Transparente, Bauschilder und Graffiti. Sie zeigen die Namen von Bauunternehmen, koordinieren Helfer und Angebote für die Bevölkerung. Aber vor allem sagen sie Danke für die Hilfe und Solidarität mit den Menschen Ahrtal. „SolidAHRität“ ist oft zu lesen oder auch: „Das WIR zählt“.

Das Spendenkonto der Kreisstadt Saarlouis ist weiterhin geöffnet. Wer die Menschen im Ahrtal weiter beim Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe unterstützen möchte, kann unter dem Betreff „Katastrophenhilfe Hochwasser“ Spenden auf folgendes Konto der Kreisstadt Saarlouis überweisen:
Empfänger: Kreisstadt Saarlouis
IBAN: DE51 5935 0110 0370 0429 54
BIC: KRSADE55XXX

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