Weniger Krankenhausaufenthalte wegen Infektionskrankheiten

In diesem und im letzten Frühjahr mussten weniger Saarländer*innen wegen einer Infektionskrankheit in ein Krankenhaus als noch in den vergangenen Jahren. Das zeigt eine aktuelle Analyse der IKK Südwest unter ihren Versicherten

So sank die Zahl der Neuaufnahmen bei den Atemwegserkrankungen um rund 40 Prozent, mit dem Noro-Virus kamen sogar fast 70 Prozent weniger Menschen ins Krankenhaus. Auch wurden in der Pandemie weniger Menschen mit Krankenhauskeimen in den Saar-Krankenhäusern behandelt.

Lungenentzündung, Grippe, aber auch schwere Magen-Darm-Infektionen gehören zu den Erkrankungen, die gerade in den Wintermonaten zu mehr belegten Betten in den saarländischen Krankenhäusern führen. „In den vergangenen Wochen sind speziell bei den Atemwegserkrankungen diese Zahlen glücklicherweise regelrecht eingebrochen“, sagt Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest. So mussten zwischen Januar und April dieses Jahres 40 Prozent weniger Menschen mit einer akuten Atemwegserkrankung stationär behandelt werden als im gleichen Zeitraum vergangener Jahre. Auch bei Infektionen mit dem Noro-Virus ist ein starker Rückgang stationärer Aufenthalte zu erkennen: hier ging im Jahr 2020 die Zahl der Patient*innen gegenüber den Vorjahren sogar um bis zu 70 Prozent zurück. Rund ein Viertel weniger IKK-Versicherte waren2020 wegen einer Grippe bzw. Influenza in einem saarländischen Krankenhaus. Auch wurden dort rund 12 Prozent weniger Menschen gegen antibiotikaresistente Erreger behandelt, die zu gefährlichen. Krankenhausinfektionen führen können.

„Das zeigt, dass die Menschen die AHA+L-Regeln ernst nehmen und sich damit nicht nur vor Corona, sondern aktuell auch vor schweren Verläufen anderer Erkrankungen schützen. Auch wird anhand der Zahlen deutlich, dass die Hygienekonzepte der Krankenhäuser im Saarland aufgegangen sind und sehr gut funktionieren“, so Loth weiter. Der Präventionsexperte stellt allerdings auch fest: „Schon zu normalen Zeiten warten Menschen oft zu lange bis mit Beschwerden, bis sie ins Krankenhaus gehen. Gebotene Vorsicht darf bei schweren Symptomen nicht zu falscher Zurückhaltung führen. Nur frühzeitig behandelt, können bei diesen und weiteren Krankheiten schwere und teils chronische Spätfolgen vermieden werden.“

Print Friendly, PDF & Email