Weniger Schlaganfall-Notfälle in Saar-Kliniken

Angst vor Corona führt zu gefährlicher Vorsicht

Zu Beginn der beiden Lockdown-Phasen im vergangenen Jahr waren weniger Menschen mit einem Schlaganfall in den Notaufnahmen der Saar-Kliniken. Schon zu normalen Zeiten warten viele Menschen mit akuten Beschwerden oft zu lange, bevor sie in die Klinik kommen. Dabei kann ein frühzeitiges Behandeln langfristige und gefährliche Spätfolgen verhindern. Auch müsse, so IKK-Südwest-Vorstand Prof. Dr. Jörg Loth, die Schlaganfall-Prävention gerade jetzt und in Zukunft noch mehr gestärkt werden

So sank die Zahl der Schlaganfall-Neuaufnahmen in den Krankenhäusern im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hessen insbesondere zu Beginn der beiden Lockdown-Phasen im März 2020 und im Oktober 2020 gegenüber den Vormonaten um bis zu 30 Prozent. Das zeigt eine Analyse der IKK Südwest unter ihren Versicherten zum deutschlandweiten Tag gegen den Schlaganfall (10.05.). „Diese beiden punktuellen und markanten Einbrüche zeigen, dass viele Betroffene sich aus Angst vor einer Infektion nicht ins Krankenhaus trauen, obwohl es ihnen schlecht geht und sie oft schon typische Symptome zeigen. Diese gefährliche Vorsicht kann Menschen in Lebensgefahr bringen“, sagt Prof. Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest.

Zu den Symptomen eines Schlaganfalls gehören ein plötzlich auftretendes Schwäche- oder Taubheitsgefühl, auch können Lähmungserscheinungen einer Körperseite auftreten. Warnzeichen sind auch eine unverständliche, gestörte Sprache, Schwindelgefühle, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen mit Übelkeit und Erbrechen sowie in Kombination plötzlich auftretende Kopfschmerzen. „Auch unter Pandemie-Bedingungen sollte man nicht zögern, den Notruf zu wählen. Frühzeitig behandelt, können langfristige und schwere Gesundheitsfolgen eines Schlaganfalls vermieden werden“, so Loth.

Gesundheitsprävention stärken, Schlaganfälle vermeiden

Zu den Risikofaktoren für einen Schlaganfall gehören Bewegungsmangel, Stress, Bluthochdruck und Vorhofflimmern – in Verbindung mit den vermeidbaren Zivilisationskrankheiten Diabetes und Adipositas. „Es ist erwiesen, dass gerade körperliche Aktivität mit regelmäßigem Training insbesondere vor Diabetes und Übergewicht schützen, die zu den Hauptrisikofaktoren eines Schlaganfalls gehören. Im Moment geht der Trend bei diesen Erkrankungen im Saarland stark nach oben, das ist absolut besorgniserregend“, so Präventionsexperte Loth. Das zeige gerade in der jetzigen Situation einmal mehr, wie wichtig regelmäßiges Ausdauertraining für die Saarländer*innen sei. Daher fordert er: „Wenn es das Infektionsgeschehen rund um die aktuell fokussierten Inzidenzen zulässt, kann durch die schnellstmögliche Öffnung der Fitness- und Gesundheitseinrichtungen sowie die Möglichkeit der sportlichen Aktivität in unseren Vereinen ein ganz wesentlicher Beitrag für die Gesundheit der Menschen geleistet werden“, so Loth.

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