Top-Favorit siegte in Saarlouis

Dansenberg schlägt HGS mit 27:21 (10:11) in starkem Schluss-Spurt

Saarlouis. Eine Nummer zu groß war die „Aufgabe Dansenberg“ für die HG Saarlouis. Acht Minuten Totalausfall in der HGS-Offensive zwischen der 50. und 58. Minute, ein Kevin Klier, der bis dahin kaum eine Hand an den Ball brachte, vernagelte den Kasten und leitete sieben einfache und schnelle Tore der Gäste ein. Am Ende hieß es verdient 21:27 (11:10) für den Top-Favoriten der Staffel.

Die breite Brust und vor allem die breite Bank waren ausschlaggebend dafür, dass das Favoriten-Team von Kai Christmann in der entscheidenden Phase ein paar Körner mehr hatte, denn der TuS-Coach konnte munter durchwechseln, ohne dass ein großer Qualitätsverlust erkennbar wurde. Das konnte Philipp Kessler nicht und war trotz der Niederlage mit 50 guten Minuten seiner Jungs gegen abgezockte Dansenberger durchaus zufrieden. Am Ende „zitterte bei einigen im Angriff das Händchen“, die Führungsspieler ließen Führung vermissen und mental schienen die Jungs diesmal nichts mehr zusetzen zu können. Dansenberg brachte es in der Crunchtime souverän zu Ende.
HG Saarlouis-TuS Dansenberg

Wie gesagt, Saarlouis war lange Zeit mindestens ebenbürtig, kam sehr gut in die erste Spielhälfte und hatte, nachdem Pat Schulz nach 7 Minuten den Siebenmeter von Serwinski entschärfte, die Nase mit 3:1 vorne. Dansenberg nutzte in der Folge aber seine Chancen und war beim 3:3 nach 13 Spielminuten wieder gleichauf. Die folgenden fünf Minuten waren ausgeglichen. „Tom und Tommy“ (Tom Paetow und Tommy Wirtz) sorgten dann vor den begeisterten 520 Fans in der Halle für ausgelassene Stimmung. Vier Tore vorn (10:6) nach 24 Minuten – das fühlte sich gut an. Und auch beim 11:7 durch HGS-Top-Talent Marko Grgic, der zwei Stunden zuvor noch beim 75-Tore-Jugend-Bundesligaspiel gegen Melsungen (36:39) sieben Treffer und viele Spielminuten beigesteuert hatte, war noch alles im grünen Bereich. Mit mindestens drei Toren Vorsprung wollte man in die Pause gehen. Doch daraus wurde nix. Egelhof und Möller nutzten Unkonzentriertheiten der HG und verkürzten bis zum Pausenpfiff der guten Unparteiischen Biehler/Dietz noch auf 11:10.

Ein schneller Doppelschlag nach Wiederanpfiff stellte dann doch noch mal den alten Abstand wieder her (13:10). Doch Kai Christmann hatte seinen Jungs wohl deutliche Ansagen mitgegeben. Es folgte ein 4-Tore-Lauf von Claussen und Dettinger und der TuS hatte beim 13:14 (36.) erstmals im Spiel die Führung inne. Vier Minuten später hatten die Saarländer das wieder umgedreht und es hieß 16:15 (40.). Zudem kassierte Rebell Magalhaes nach einem heftigen Foul an Marcel Becker die rote Karte.

Zehn Minuten später kam dann der Blackout bei Saarlouis. Niklas Louis hatte noch den 18:18-Ausgleich gemachte und von da an lief vorne bei den Gastgebern gar nix mehr. Hinten vernagelte plötzlich Kevin Klier seinen Kasten. Bis dahin magere fünf Paraden in 50 Minuten und dann mal eben fünf weitere in acht Minuten. Hinzu zwei Passfehler mit Ballverlust bei Saarlouis und fertig waren Nerven und Spiel bei der HG. 18:25 – damit war die Messe gelesen. Ein bisschen Kosmetik noch, aber mehr war an diesem Abend nicht drin für die HGS.

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