RKI-Studie: So hoch muss die Impfquote in Deutschland sein, um Corona in den Griff zu bekommen

Auch wenn derzeit in vielen Ländern umfangreiche Lockerungs- und Öffnungsmaßnahmen im Gange sind gibt es doch eine Reihe von mahnenden und warnenden Wissenschaftlern. Business Insider hat in einem Artikel eine Stellungnahme des RKI veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem:
„Nach einer neuen Studie des RKI sagen viele Wissenschaftler, dass mindestens 85 Prozent der Erwachsenen in Deutschland geimpft sein müssen, um die Coronapandemie in den Griff zu bekommen. Bei über 60-Jährigen sollte die Impfquote sogar bei mindestens 90 Prozent liegen, so das RKI. Vor allem junge Erwachsene sind derzeit noch unentschieden und sollten daher weiter über die Impfung aufgeklärt werden.

In einer neuen Studie analysiert das Robert-Koch-Institut. (RKI), wie viele Menschen in Deutschland noch geimpft werden müssen, um COVID-19 zu kontrollieren. Das Forschungsteam hat verschiedene Modelle berechnet, wie schnell sich das Virus in Deutschland weiter ausbreiten kann – vor allem angesichts der neuen Delta-Variante.

Diese gilt als besonders ansteckend und sorgt bereits in anderen Ländern, wie Großbritannien oder Israel, für erneut stark steigende Infektionszahlen. Auch in Deutschland breitet sich die Variante weiter aus. Der Anteil hat sich in kurzer Zeit verdoppelt und macht mittlerweile rund 60 % der Infektionen aus, wenngleich die Gesamtzahl der Infektionsfälle auch deutlich gesunken ist.

„Der Sommer sollte daher dringend genutzt werden, um eine Impfquote von 85 Prozent bei den 12 bis 59-Jährigen und 90 Prozent bei den über 60-Jährigen möglichst schnell zu erreichen“, schreibt das Forschungsteam des RKI. Dazu sei es wichtig, vor allem junge Erwachsene weiter über die Impfstoffe aufzuklären. Denn in dieser Gruppe sind noch 17 Prozent unentschlossen, ob sie sich impfen lassen wollen.
Bei rechtzeitigem Erreichen dieser Impfquote sei eine ausgeprägte 4. Welle im kommenden Herbst und Winter unwahrscheinlich, heißt es in dem Papier, das am Montag veröffentlicht wurde. Dennoch müsse sich die Bevölkerung weiter an die Basishygienemaßnahmen halten. Möglicherweise sei es auch notwendig, bei ansteigenden Infektionszahlen Kontakte „zu einem gewissen Grad“ zu reduzieren.
In den Modellszenarien des RKI wurde unter anderem der Einfluss der Impfquote auf die Covid-19-Inzidenz und auf die Intensivbettenbelegung bis Frühjahr 2022 simuliert. „Diese Szenarien sind keine exakten Prognosen, sondern eine Abschätzung des Einflusses der Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen“, heißt es in der Analyse.
Auch mit Blick auf die zweite Welle, die im vergangenen Jahr durch unvorsichtiges Verhalten im Urlaub mit hervorgerufen worden sei, sei umsichtiges Verhalten angesagt“.

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