Peter Bennoit ist tot- Trauerfeier in der Niedtalhalle

Als diese Nachricht kam, für viele überraschend, war er noch nicht einmal richtig im Rentenalter angekommen. Überraschend auch für den Autor dieser Zeilen, der erst einige Stunden brauchte, um sie zu verdauen. Doch dann später, am Abend legte er Bennoits CD „Lebenslieder“ auf, die vor etlichen Jahren im Salzbrunnenhaus in Sulzbach entstanden ist. Und während die Chansons durch den Raum klangen, wurden Erinnerungen wach an einen bedeutenden Musiker. Einer, der auf seinem Gebiet sicher einer der Besten war, nicht nur im Saarland, sondern auch darüber hinaus. Einer, der nicht „coverte“, kopierte, sondern einer, der die Lieder, die er sang, authentisch und glaubhaft wiedergab.Peter Bennoit, Konzert im Chapeau Noir 2016

Schon früh packte ihn die Liebe zur Musik. Mit 13 Jahren lernte er Gitarre spielen und begann zu singen. Schon ein Jahr später hat er bei der saarländischen Beatband „The Rights“ das Sagen. Die Erfahrungen, die er in diesen ersten Musikerjahren erwarb, haben sein ganzes Musikerleben geprägt. Sein natürliches Charisma konnte sich auf diese Weise früh entwickeln. In den folgenden Jahren wandelte sich sein Stil. In den 90er Jahren hatte er dann seinen endgültigen Platz gefunden. Er wird Interpret von Chansons und Liedern mit Inhalt, vorwiegend sind es Titel von Klaus Hoffmann und Jacques Brel. Lieder also, die das Leben schreibt, Lieder, die die Liebe beschreiben oder die verlorene Liebe, Lieder, die von Sehnsucht erzählen, Lieder, die Hoffnung wecken, Lieder, die hoffnungslos sind zugleich, gehören jetzt zu seinem Repertoire. Etwa Mitte der 90er Jahre wird ihm der Rummel zuviel, der technische Aufwand zu groß. Er zieht sich zurück, will nicht mehr. Und doch lässt ihn die Bühne nicht los, sie holt ihn wieder ein.
Mit neuen Titeln, weiter gereift, mit stärker ausgeprägtem Charisma interpretiert er jetzt Chansons, Lieder, die man ihm abnimmt, weil man spürt, dass er hinter dem steht, was er singt. Er hat sich weiter entwickelt, seine Stimme ist noch einzigartiger, facettenreicher, fordernder geworden. Sein Stil ist spottend, anklagend, dann wieder schwärmend – so beschreibt er die Zeit, die Menschen und die Welt in der wir leben, lieben und leiden.
Es sind Lieder von Jacques Brel, natürlich, denn das war sein großes Vorbild, Lieder von Klaus Hoffmann, auch Charles Aznavour kommt später zu Wort und Reinhard Mey. Bei seinem Konzerten trägt er zwischen den Liedvorträgen kleine Geschichten vor oder auch Gedichte, natürlich auch diese mit Tiefgang, andere auch etwas satirisch – viele davon hat er selbst geschrieben.
Peter Bennoit, Konzert im Chapeau Noir 2016Zu seinem Erfolg, das soll nicht verschwiegen werden, haben exzellente Musiker beigetragen. Seit vielen Jahren Andreas Puhl, am Piano sicher einer der herausragenden saarländischen Musiker und am Akkordeon Anke Eiswirth, die ebenfalls zur saarländischen Creme auf ihrem Gebiet gehört. Peter war ein Mensch voller sprühender Lebenslust, ausgestattet mit einer einmaligen Begeisterungs-fähigkeit. So wundert es nicht, dass er ein weiteres Hobby hatte: das Kabarett. Hier hat er mit der Gruppe „Die Stichlinge“ viele unterhaltsame Abende gestaltet. Themen aus der Politik, aus der Gesellschaft konnten herrlich persiflierend dargestellt werden. Er war sozusagen der musikalische Kopf der Gruppe, der mit seiner ausgeprägten Stimme manchen Gag erst richtig zur Geltung brachte. Gerhard Bedersdorfer, der geistige Vater der Stichlinge sagte „Wir werden Peter sehr vermissen, wie es ohne ihn weiter gehen soll, wissen wir noch nicht“. An diesem Samstag, am 23. März, schlägt die Stunde des Abschieds. Um 13 Uhr können Freunde und Bekannte, sicher auch viele musikalische Wegbegleiter in der Niedtalhalle in Siersburg Abschied von ihm nehmen. Musikalisch wird diese Abschiedsstunde von seinen langjährigen Begleitern Anke Eiswirth und Andreas Puhl begleitet.

Es wird ein Abschied sein von Peter, dem Sänger, dem Liedermacher, dem Kabarettisten, dessen Liederabende immer ausverkauft waren und der sein Publikum immer begeisterte. Wir werden ihn vermissen.                                        Achim Rapp, Gerhard Bedersdorfer

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