Landesregierung begrüßt Ansiedlung von SVOLT

Die saarländische Landesregierung hat die Ankündigung des Automobilzulieferers SVOLT begrüßt, ihre Europa-Produktion im Saarland anzusiedeln. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Saarbrücken wurden erste Details vorgestellt.

Das chinesische Hightech-Unternehmen SVOLT entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Batterien und Batteriesysteme für Elektrofahrzeuge sowie Energiespeichersysteme. Das Unternehmen Ist bei der Suche nach einem Standort für eine Fabrik in Europa im Saarland gefallen fündig geworden. An zwei Standorten sollen eine Modul- und Pack-Fabrik (ehemaliger „Laminate Park“ Heusweiler) sowie eine hochmoderne Zellfabrik mit 24 GWh Produktionskapazität in der finalen Ausbaustufe entstehen (Linslerfeld, Überherrn). SVOLT plant eine Gesamtinvestition von bis zu zwei Milliarden Euro und will in der finalen Ausbaustufe bis zu 2.000 Arbeitsplätze schaffen. Bundes- und Landesregierung unterstützen das Projekt, das in enger Zusammenarbeit zwischen SVOLT, dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes (MWAEV) und der Strukturholding Saar GmbH (SHS) umgesetzt wird. Die SHS wird von SVOLT mit der Errichtung und dem schlüsselfertigen Aufbau der beiden Fabriken beauftragt. Die vertieften Planungen werden jetzt vorgenommen.

Dazu Ministerpräsident Tobias Hans: „Das Auto ist im Saarland eine der zentralen Stützen des Industriestandortes. Wir wollen beim Strukturwandel der Automobilbranche ganz vorne mitfahren und unser Bundesland zu einem Hot-Spot für Innovation in Europa weiterentwickeln, gerade in und für die Automobilbranche. Dabei haben wir einen entscheidenden Standort-Vorteil: Fachwissen und Infrastruktur. Für uns geht es darum, eine Führungsrolle bei der Entwicklung umweltverträglicher Fahrzeuge der Zukunft zu spielen. Wir setzen auf ein nachhaltiges und innovatives Mobilitätskonzept – so sichern wir Arbeitsplätze, die Attraktivität des Saarlandes als Lebens- und Arbeitsraum und sorgen dafür, unsere Spitzenposition als Auto-Land zu halten. Die Ansiedlung von SVOLT bringt uns diesem Ziel einen großen Schritt näher und ist deshalb ein riesiger Erfolg für das Saarland.“

Anke Rehlinger, Wirtschaftsministerin und stellv. Ministerpräsidentin des Saarlands: „Im Saarland soll das Auto von morgen gebaut werden. Die Ansiedlung von SVOLT ist ein Erfolg für die Ansiedlungs- und Industriestrategie des Saarlandes, ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Industrie und der Mobilität im Saarland. Die saarländische Mischung aus industriellem Know-how und qualifizierten Fachkräften sowie exzellenter Forschung und Innovationskraft vermag in der ganzen Welt zu überzeugen. Wir sorgen mit aktiver Industrie-, Struktur- und Arbeitsmarktpolitik dafür, dass der Strukturwandel ein Erfolg wird und gute Arbeitsplätze erhalten und neu geschaffen werden.“Ansiedlung CVolt

Kai-Uwe Wollenhaupt, President SVOLT Europe & Vice President SVOLT Energy Technology: „Auf der Suche nach dem idealen Standort prüften wir zwischen Oktober 2019 und September 2020 über 30 Standorte in ganz Europa in einem intensiven Auswahlprozess. Letztendlich fiel die Wahl auf das Saarland. Es zeichnet sich einerseits durch hochqualifizierte Mitarbeiter aus. Andererseits überzeugten uns die zentrale Lage im Zentrum des europäischen Wirtschaftsraums, die hervorragende Infrastruktur sowie das Umfeld mit international erfolgreichen Unternehmen.“

Maxim Hantsch-Kramskoj, Vice President Sales & Marketing, SVOLT Europe: „Mit der Zellfabrik, die zu einer der modernsten in Europa zählen wird, sowie der Modul- und Pack-Fabrik wird SVOLT bis zu 2.000 Arbeitsplätze im Saarland schaffen. Gesucht werden dabei Mitarbeiter aus vielfältigen Bereichen. Darunter Fachkräfte für Produktion und Logistik ebenso wie Prozessingenieure, IT-Spezialisten und Chemiker. An den beiden Standorten bei Heusweiler und Überherrn planen wir mittelfristig zudem den Aufbau von Kompetenzclustern in den Bereichen Software, KI, Prozessautomation sowie Prozess-Engineering.“

Zu den Standorten:

Zellfabrik auf dem „Linslerfeld“ in Überherrn

Die geplante Zellfabrik soll zwischen Anfang 2021 und Ende 2023 auf dem „Linslerfeld“, einer rund 840.000 m2 großen Freifläche, nahe Überherrn entstehen. Ausgewählt wurde das „Linslerfeld“ in Überherrn insbesondere im Hinblick auf die Flächengröße, die Verfügbarkeit, die infrastrukturelle Anbindung sowie die Verkehrssituation mit einem direkten Anschluss an das überregionale Straßennetz. Nach Abschluss des ersten Bauabschnittes wird die Zellfabrik, die zu einer der modernsten in Europa zählen wird, eine Produktionskapazität von 6 GWh erreichen, die in der finalen Ausbaustufe werden auf 24 GWh gesteigert werden soll. Das entspricht Batterien für 300.000 bis 500.000 E-Fahrzeuge pro Jahr.

Modul- und Pack-Montage im „Laminate Park“ Heusweiler

Die Modul- und Pack-Fabrik wird 30 km entfernt auf der rund 50.000 m2 großen Fläche im „Laminate Park“ bei Heusweiler entstehen. Der Standort hat neben der bestehenden, bereits industriell genutzten Infrastruktur und der Nähe zum Gelände der künftigen Zellfabrik in Überherrn, insbesondere durch die gute Verkehrsanbindung überzeugt. Zudem besteht eine fußläufige Anbindung an den Saarbahnhaltepunkt „Eiweiler Nord“, der Mitarbeitenden wie Kunden eine Anreise auch ohne Auto ermöglichen wird. Die bestehende Infrastruktur im „Laminate Park“. Soll weiter verwendet werden und der zentral gelegene Gebäudekomplex mit einer Gesamtfläche von 25.000 m2 erhalten bleiben.

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