Gemeinnützig Arbeiten ist besser als „Knast“

 

Lebach. Sie haben „Mist“ gebaut. Der Richter hat sie deshalb zu gemeinnütziger Arbeit mit „Weisung“ verurteilt. Junge Leute, die auf diese Art wegen kleinerer Straftaten bestraft und dabei pädagogisch betreut werden, sind Teilnehmer an der Jugendwerkstatt, welche die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) seit Juli 2009 in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung in Lebach betreibt. Dort haben junge Leute Bänke für den so genannten Blindenwald hinter der Louis-Braille-Schule (Blindenschule) hergestellt und die Beschilderung erneuert. Auf dem Spielplatz an der Ruth-Schaumann-Schule (Schule für Gehörlose und Schwerhörige) haben sie ebenfalls Restaurierungsarbeiten übernommen. Diese Projekte wurden kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt.
Bei der Vorstellung hob Reginald Weisgerber von der Schulverwaltung 0029 hervor, dass die Projekte ohne die Unterstützung der Jugendwerkstatt vorerst nicht realisiert worden wären. Rainer Quirin vom Kreisjugendamt erklärte, der Landkreis übernehme die Kosten für die Durchführung. Stefan Ziegler, Bereichsleiter der KEB, hob hervor, dass in der Jugendwerkstatt nur gemeinnützige Arbeiten übernommen werden. Dominic Ganz, Anleiter in der Jugendwerkstatt, betonte, es sei für die Jugendlichen und jungen Leute im Alter zwischen 14 und 21 Jahren sinnvoll, nicht nur in der Werkstatt zu arbeiten. „Dass die Sachen in der Öffentlichkeit genutzt werden, fällt positiv zurück auf die Jugendlichen“, sagte er.
Die Öffnungszeiten der Jugendwerkstatt sind so gelegt, dass die Jugendlichen die auferlegten Stunden ableisten können, ohne zeitliche Probleme mit ihrer Schule oder ihrem Ausbildungsbetrieb zu bekommen. Michael Wagner, Jugendrichter am Amtsgericht in Lebach, hob hervor, dass die Jugendlichen nicht als vorbestraft gelten. Wenn sie ihre Stunden allerdings nicht ableisteten, drohe ihnen Arrest. Christina Selzer und Petra Amann schilderten ihre sozialpädagogische Arbeit in der Jugendwerkstatt. Dazu gehören Übungen zur Gewaltprävention, Gruppentrainings, Beratungsgespräche und bei Drogenproblemen die Vermittlung an Hilfsstellen. (keb)

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