Verhaltene Aussichten für 2018 haben sich bestätigt – Für 2019 ist keine Trendwende in Sicht

Für die Dillinger Gruppe – Aktien-Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) mit ihren Tochtergesellschaften – haben sich die verhaltenen Aussichten für 2018 bestätigt: Die Nachfrage in einigen wichtigen Abnehmersegmenten – wie dem Großrohrmarkt oder die Offshore-Windkraft – war in 2018 rückläufig, konnte aber teilweise durch einen höheren Absatz an Normalblechen in den unterschiedlichsten Segmenten kompensiert werden. Insgesamt war die Auslastung der Anlagen gut, allerdings konnte bei den Produktions- und Versandmengen das hohe Vorjahresniveau nicht erreicht werden.
Der Vorsitzende des Vorstands und Finanzvorstand von Dillinger, Tim Hartmann, der erstmals die Jahrespressekonferenz leitete, kommentierte das Geschäftsjahr 2018: „Die Dillinger Gruppe hat hart mit den strukturellen Problemen auf dem Grobblechmarkt gepaart mit großem Mengen- und Preisdruck zu kämpfen. Das Geschäftsjahr war von einem Rückgang der Versandmengen geprägt.
2018 war das Grobblechgeschäft für die europäischen Hersteller weiterhin hart umkämpft und die Kapazitätauslastung der Eurofer-Werke ging abermals zurück (63 %), ebenso wie die Grobblechproduktion insgesamt. Eine deutliche Abschwächung auch bei der Großrohrindustrie wegen mangelnder Pipelineprojekte und der Offshore-Windbranche aufgrund von Projektverschiebungen verzeichnen.

 

Zahlen der Dillinger Gruppe des Jahres 2018:
-Die Produktion der Walzwerke in Dillingen und in Dunkerque, bei der 100%igen Tochtergesellschaft Dillinger France, ging um 6,5 % auf 1,910 Millionen Tonnen gegenüber 2,043 Millionen Tonnen in 2017 zurück.
– Die konsolidierten Umsatzerlöse konnten trotz Absatzrückgang dank einer Steigerung der Erlöse um 3,7 % verbessert werden und beliefen sich auf 2,202 Milliarden € (Vorjahr: 2,122 Milliarden €).
–  Das konsolidierte EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) belief sich auf 178 Millionen € (2017: 210 Millionen €) und das konsolidierte EBIT, also das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, auf 55 Millionen € (2017: 87 Millionen €) und blieb somit hinter den Erwartungen zurück.
· Die Investitionen in der Dillinger Gruppe beliefen sich auf 54 Millionen € (2017: 58 Millionen €). Von den im Herbst 2018 für Dillinger und Saarstahl beschlossenen Investitionen in Höhe von 90 Millionen €, gehen alleine 48 Millionen € in die Verbesserung des Umweltschutzes am Standort Dillingen.
–  Die Dillinger Gruppe verzeichnete einen positiven operativen Cashflow von 119 Millionen € gegenüber 45 Millionen € im Vorjahr. Die Dillinger Gruppe verfügt mit 67,4 % über eine im Branchenvergleich weiterhin sehr gute Eigenkapital- und Finanzstruktur.
– Am Standort Dillingen waren zum Ende des Geschäftsjahres 4 919 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt (31.12.2017: 4 932). Diese arbeiteten bei Dillinger selbst, bei der Zentralkokerei Saar GmbH sowie bei der ROGESA Roheisengesellschaft Saar mbH. In der
Dillinger Gruppe sind insgesamt 7 310 Mitarbeiter beschäftigt (2017: 7 341).
– 2018 starteten 75 junge Menschen ihre Ausbildung bei Dillinger (2017: 66). Damit beschäftigt das Unternehmen über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg unverändert 257 Auszubildende.

 

Geschäftsjahr 2019 mit verhaltenen Aussichten
Die Prognosen für das begonnene Geschäftsjahr 2019 sind mit zahlreichen Unwägbarkeiten behaftet. Auf Basis einer geringeren weltweiten Steigerung der Wirtschaftsleistung wird sich auch die globale Stahlnachfrage in 2019 nur geringfügig positiv entwickeln und auch in der EU wird mit einer deutlichen Abschwächung der Stahlnachfrage gerechnet. Die Auswirkungen der globalen Konjunkturabkühlung und einer spürbar schwächeren Wirtschaftsaktivität in China haben sich bereits in den letzten Monaten 2018 bemerkbar gemacht und zu einem Rückgang in einigen wichtigen Abnehmersegmenten geführt.
Die schwierigen Rahmenbedingungen für den Grobblechmarkt setzen sich 2019 fort: In naher Zukunft zeichnen sich keine wesentlichen Verbesserungen hinsichtlich der weltweiten Überkapazitäten ab. Darüber hinaus werden sich auch die vielen handelspolitischen Maßnahmen bis hin zum Protektionismus weiterhin auf das internationale Grobblechgeschäft auswirken. Dillinger sieht sich durch die unverändert bestehenden Überkapazitäten und der weiterhin hohen Importe in die EU sowohl mengenseitig als auch bezüglich der Verkaufserlöse einem massiven Druck ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund ist das Unternehmen mit einer etwas schwächeren Auslastung in das Jahr 2019 gestartet. Die Rohstoffpreise zeigen weiterhin steigende Tendenz.
Offen ist, ob Preisanpassungen adäquat durchsetzbar sein werden. Dillinger rechnet für 2019 mit einer durchweg guten Nachfrage aus verschiedenen Endverbraucher-Segmenten, wie z.B aus dem Bereich Offshore-Wind bei anhaltend schwacher Nachfrage nach Rohrblechen. „Die Herausforderungen auf dem Grobblechmarkt bleiben gewichtig und unsere Prognosen für 2019 bei Dillinger sind verhalten“ so Tim Hartmann zum Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. „Wir gehen daher von einem leicht rückläufigen Absatz und Konzernumsatz aus. Konsequentes Vorantreiben und Verstärken der Kostensenkungsmaßnahmen und Anstrengungen zur Effizienssteigerung sind zwingend notwendig, um spürbare Effekte bereits in 2019 zu generieren. Dazu gehört auch ein weiterer Personalabbau. Unsere Kunden schätzen unser Know-how sowie unsere Qualität und unseren Service. Der begonnene gemeinsame Strategieprozess für Dillinger und Saarstahl soll dazu genutzt werden, dass wir uns nach den Bedürfnissen unserer Kunden weltweit weiterentwickeln und konsequent neue Wachstumspotentiale erschließen. Stahl von Dillinger leistet einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung der Energiewende.“
Die Zahl der Mitarbeiter soll sich bis 2020 auf 4700 verringern, dies soll durch Renteneintritte und sozialverträglich erreicht werden.

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Tags: Dillingert (Hüttenwerke) Jahrespressekonferenz 2018

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