Royals unterliegen Keltern im letzten Spiel des Jahres – Neue Spielerinnen verpflichtet

Vor einigen Tagen gaben die inexio Royals Saarlouis die Trennung von Headcoach Marc Hahnemann bekannt, weil der Vorstand des Vereins mit einem Sieg aus sieben Partien nicht zufrieden sein konnte. Auf der Bank sitzt nun Saulius Vadopalas, ein alter Bekannter in Saarlouis, der in der Saison 2015/16 schon einmal Headcoach war. Im Vorfeld hatte man sich bereits von Johanna Prytz und Ela Micunovic getrennt und Braydey Hodgins hat vergangene Woche auf eigenen Wunsch die Royals Richtung Heimat USA verlassen.

Alle diese Änderungen traten ein vor dem Spiel gegen Tabellenführer Keltern, derzeit vielleicht die stärkste Mannschaft der Liga, die mit ausländischen Spitzenspielerinnen Eingekesseltgespickt ist. Was konnte man in dieser Situation von den dezimierten Gastgeberinnen auf Saarlouiser Seite erwarten? Höchstens, dass die Klatsche nicht allzu heftig würde.
Saarlouis hatte acht Akteurinnen aus der Bank, wobei zwei Spielerinnen nur absolute Notnägel waren (Chelsea Waters litt noch unter der Gehirnerschütterung aus dem Spiel gegen Halle, Mandy Geniets laboriert seit Wochen an einer Verletzung). Mit dem gewissermaßen letzten Aufgebot, darunter die 16jährige WNBL-Spielerin Nele Trommer, war man am Start.

Und doch kam es ganz anders, als die meisten vor dem Spiel erwartet hatten, zumindest über weite Strecken des Spiels. Saarlouis war lange Zeit ein Gegner auf Augenhöhe. Bis weit ins dritte Viertel hielten die Royals mit, überraschte Keltern mit sehenswerten Aktionen und Spielzügen, spielten zum ersten Mal in dieser Saison richtig guten Basketball auf der Grundlage einer guten Verteidigung. In dem Spielaufbau der Royals überzeugten die Andēlova Schwestern, im Angriff war Linn Schüler treffsicher. Keltern hatte mit 10 gegen 6 Spielerinnen natürlich den längeren Atem und versuchte das Fähnlein der sechs Aufrechten müde zu spielen. Es bleibt festzuhalten, dass die Royals so auf dem richtigen Weg sind. So kann mit der notwendigen Verstärkung die Befreiung aus dem Tabellenkeller gelingen.

Das Spiel endete 82:67 für Keltern, wobei die Royals zeitweise eine knappe Führung herausspielen konnten, wenn auch die Sterne aus Keltern letztlich alle Viertel für sich entscheiden konnten. Eine der Ursachen dafür war sicher die im Prinzip nicht vorhandenen Bank. Und das muss an dieser Stelle auch gesagt werden, die nicht vorhandene Bank lag sicherlich auch an der Kaderplanung des Vorgängers von Saulius Vadopalas. Im Spiel gegen Keltern boten die Royals eine geschlossene und gute Mannschaftsleistung.
Die Viertelergebnisse: 21:24; 14:15; 18:22; 14:21.
Erfolgreichste Werferinnen:
Bei den Royals: Linn Schüler 22 Punkte, Addison Kristine Richards 15 Punkte
Bei Keltern: Sanja Mandic 15 Punkte, Mailis Pokk 14 Punkte

Engagiert am Seitenrand: Saulius VadopalasDass man in Saarlouis nicht mit dem zu kleinen Kader weitermachen konnte, ist einleuchtend. Deshalb hat man schnell reagiert und neue Spielerinnen verpflichtet, die auch bereits eingetroffen sind und in der Quarantäne warten. Man hat also schnell reagiert, musste allerdings schauen, was der Spielermarkt zu diesem Zeitpunkt der Saison hergibt. Verpflichtet wurde eine alte Bekannte: Kellindra Zackery, die in der Saison 2014/15 schon einmal für die Royals aktiv gewesen ist, sowie die Kroatin Klaudia Perisa, die zuletzt in der 1. spanischen Liga aktiv war und last but not least Brittany Brown, die in der letzten Saison noch für Keltern auf Korbjagd ging. Die drei Spielerinnen müssen nach der Quarantäne integriert werden und eventuelle Trainingsrückstände aufarbeiten. Dazu kommt ein neuer Trainer an der Seitenlinie, der zwar in Saarlouis nicht unbekannt ist, aber für die Spielerinnen, auch für die verbliebenen Spielerinnen eben ein neuer Trainer ist, der sicher auch neue Ideen mitbringt. Die kommenden Wochen werden also spannend. (Tom Störmer/red)

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