Tag des offenen Testfeldes in Merzig präsentierte die Mobilität der Zukunft

Die Zukunft des Fahrens heute schon live erleben war das Motto des Tages des offenen Testfeldes in der Merziger Innenstadt, an dem die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar), mit Unterstützung der Kreisstadt Merzig, ihre Forschung im Bereich Smart mobility präsentierte.
Zahlreiche Besucher, unter ihnen die Bundestagsabgeordnete Nadine Schön, Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke sowie die Beauftragte des Ministerpräsidenten für Hochschulen, WirtscBei der Eröffnung haft und Technologie, Dr. Susanne Reichrath, Landtagsab-geordnete und andere Repräsentanten des öffentlichen Lebens wurden von Bürgermeister Marcus Hoffeld auf den Chistian Kretzschmar willkommen geheißen.
„In der Zukunft wird sich das Autofahren ändern. Daher möchten wir der Bevölkerung einen Einblick zu verschaffen, in welche Richtung sich die Mobilität zukünftig entwickeln kann. Beim Tag des offenen Testfeldes kann man das vernetzte und automatisierte Fahren live erleben kann und gleichzeitig Informationen über die Forschungsarbeit in Merzig erhalten“, erklärte Hoffeld.
Die Bedeutung des digitalen Testfeldes stellte auch Staatssekretär Jürgen Barke heraus. „Im automatisierten und vernetzten Fahren gibt es viele Chancen aber auch noch Risiken. Auf unserem digitalen Testfeld können solche Probleme analysiert und verbessert sowie neue Technologien auf ihre Wirkung untersucht werden. Wir sind damit auf einem guten Weg“, erklärte der Staatssekretär.

Projekt wird mit 454 000 Euro unterstützt
Ein Förderungsbescheid in Höhe von 454 000 € wurde überreichtFrau Dr. Reichrath sagte: „Es ist im saarländischen Interesse, dass intelligente, energieeffiziente, emissionsarme, sichere und kostengünstige Fahrzeuge zu einem Erfolg werden – insbesondere auch im ländlichen Raum. Mit Blick auf die Veränderungen im Automobilbereich setzt sich das Saarland daher besonders dafür ein, dass die bereits etablierte Kooperation der htw saar mit der regionalen Wirtschaft und Wissenschaft weiter ausgebaut werden kann. Gleichzeitig kann die Forschung im Rahmen des Testfelds dazu dienen, den Strukturwandel im Saarland zu fördern”. Sie überreichte einen Bescheid von 454.000 Euro an die htw Saar für das Projekt EM-POWER.

Bereits seit Oktober 2014 führen Prof. Dr.- Ing. Horst Wieker und sein Team der „Forschungsgruppe Verkehrstelematik“ (FGVT) der htw saar in Merzig Forschungsprojekte für vernetztes und automatisiertes Fahren durch. Dabei haben die Forschungsprojekte das Ziel, eine sichere und zuverlässige Kommunikation von Informationen, insbesondere für (teil-)automatisierte Elektrofahrzeuge, zu entwickeln.
„Das Testfeld hat die Sichtbarkeit der Forschungsgruppe und der htw saar weit über die Landesgrenzen hinauEntsprechend vorbereitete Fahrzeuge konnten getestet werdens erhöht. Führende deutsche und europäische Projekte im Bereich des vernetzten und automatisierten Fahrens haben daher einen Forschungsschwerpunkt in der Region. Durch das Testfeld sind wir Ansprechpartner nicht nur für die lokale Industrie im Automobilbereich, sondern auch für Mobilitätsanbieter. Dieser Tag zeigt wie der nächste Transformationsschritt der Digitalisierung im Straßenverkehr aussieht.“ ergänzte Prof. Wieker.

 

Großes Interesse an Testfahrten
Die htw saar hatte Fahrzeuge mitgebracht, die mit zukünftiger Technik ausgerüstet sind und auf einem Rundkurs durch die Merziger Innenstadt getestet werden konnten. Das Interesse der Bevölkerung war überaus groß und die Fahrgäste erfuhren die Ergebnisse der Forschungsprojekte im wahrsten Sinne des Wortes. Auf der Teststrecke wurden vielerlei Situationen simuliert, die im Alltag eintreten können.Testfahrzeuge standen zur Verfügung

Im Bereich des Parkplatzes gegenüber der Stadthalle war ein Fußgängersimulator aufgebaut. Damit demonstrierten die Forscher ein Warnsystem, das Autofahrer auf Fußgänger aufmerksam macht, die beispielweise hinter einem parkenden Lastkraftwagen oder einer nicht einsehbaren Ecke hervorkommen. Um eine Falschfahrererkennung zu simulieren, ohne den Verkehr zu gefährden, wurde die Einbahnstraße „Bahnhofstraße“ für die Testfahrzeuge virtuell umgekehrt. Richtig fahrende Fahrzeuge wurden vom System als „Falschfahrer“ erkannt. Ein Fahrzeug wurde dafür auf dem Parkplatz des Landratsamtes in die entgegengesetzte Richtung gestellt, damit die vorbeifahrenden Testfahrzeuge eine Gefahrenmeldung über einen Geisterfahrer erhielten.
Auch Elektorroller konnten getestet werdenDarüber hinaus wurde auch die Kommunikation mit einem echten Feuerwehrfahrzeug demonstriert. Dabei wurde den Testfahrzeugen ein Einsatz der Feuerwehr mitgeteilt, sodass das Auto zur Bildung einer Rettungsgasse frühzeitig auf Seite fahren konnte.
Mit weiteren Beispielen wurde demonstriert wie moderne Systeme die Verkehrseffizienz steigern und die Umwelt schonen können.
Neben den Testfahrten gab es aber auch auf dem Veranstaltungsgelände selbst vieles zu entdecken. Die Fakultät Ingenieurwissenschaften stellte ihre Studiengänge vor und bei der Fahrzeugtechnik der htw saar gab es ein Fahrzeug des Evolution Racing Teams Saar zu bestaunen. Faber Kabel präsentierte eigens produzierte Elektroroller und ein H2 Fahrzeug IZES stand zur Ansicht zur Verfügung. Auch Fahrräder mit elektrischem  bzw. alternativem Antrieb konnten getestet werdenZudem stellte die Forschungsgruppe Verkehrstelematik ihre aktuellen Projekte vor und führte eine Umfrage zum Thema Mobilität durch.
Die Tourist-Info der Kreisstadt Merzig warb für die touristischen Sehenswürdigkeiten der Region und das Unternehmen Segway Saar bot Testfahren auf sogenannten Segways an. Abgerundet wurde der Informationstag durch die Ausstellung von E-Mobilität-Modellen. So stellten das Autohaus Enzweiler, die Stadtwerke Merzig und die Kreisstadt Merzig E-Autos aus und Radsport Boos sowie Radwerk Saar präsentierten Fahrräder mit alternativem bzw. elektrischem Antrieb.

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