Die Mitarbeitervertretung sagt: Das Saarland braucht das Krankenhaus Lebach

Mit Schrecken hatte die Bevölkerung des Saarlandes zur Kenntnis genommen, dass das Caritas-Krankenhaus Lebach geschlossen werden soll. Nach vielen anderen Stellungnahmen, die zu Irritationen und Spekulationen geführt haben, hat sich jetzt sie Mitarbeitervertretung zu Wort gemeldet, um manches aus Sicht der Mitarbeiter klarzustellen.

Der Vertreter der Mitarbeitervertretung, Gerhard Sauer, bestreitet nicht, dass das Krankenhaus Lebach in den letzten Jahren keinen Gewinn erwirtschaftet hat, sondern einen Verlust von ca. 2 Millionen Euro/Jahr. Als Ursache dafür sieht er das Konstrukt an, nachdem das Krankenhaus gleichzeitig von der Marienhaus Gruppe und der Caritas betrieben wurde, weswegen Interessenkonflikte unvermeidliche waren. Als das Haus im Juli 2019 diese Form umgestaltete und Lebach eine neue Geschäftsführung erhalten habe, habe sich dies geändert. Der neuen Geschäftsführerin sei es gelungen mit ihrem Know How die organisatorischen Strukturen zu ändern, mit der Folge, dass der Abwärtstrend gestoppt wurde, die Zustimmung in der Bevölkerung wieder zunahm und das Haus eine positive Ausrichtung für die Zukunft angenommen habe. In den letzten Monaten des Jahres 2019 sei das Krankenhaus zu 80 % belegt gewesen. Der Trend habe angehalten, alleine im Februar sei ein Erlös von einer Viertel Million Euro erzielt worden. Deshalb könne die Belegschaft des Hauses nicht so recht einsehen, dass das Haus geschlossen werden soll.
Der für 2017 geplante Neubau wurde wegen des inzwischen wohl gescheiterten Interessenbekundungsverfahrens für eine Nordsaarlandklinik auf Eis gelegt, aus Gründen, die Belegschaft nicht nachvollziehen könne. Bei einer Prognose für das Krankenhaus Lebach durch die Führung des Krankenhausträgers und das zuständige Ministerium seien Zahlen aus der Vergangenheit zu Grunde gelegt worden, die aus den vorerwähnten Gründen nicht gut waren. Die neueren, positiven Effekte seien bei dieser Prognose nicht berücksichtigt worden. Auf Grundlage der nach Ansicht der Belegschaft fragwürdigen Zahlen wurde ein Schließungsszenario in den Raum gestellt, ohne die Belegschaft konkret zu informieren.

Die örtliche Mitarbeitervertretung und auch die Gesamtmitarbeitervertretung des Trägers arbeite und kämpfe auf allen Ebenen, um die Schließung des Krankenhauses zu verhindern, die wichtige medizinische Versorgung der Patienten*innen in der Mitte des Saarlandes und Nordsaarlandes weiterhin zu gewährleisten und die damit einhergehenden wicht-gen Arbeitsplätze zu erhalten.
Gehört worden sei sie indes nicht.
Vor allem die uns nun alle betreffende Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es für das Saarland ist, das Krankenhaus Lebach zu erhalten. Folgerichtig hat nun auch das Gesundheitsministerium darauf gedrängt, das Haus bis mindestens Ende 2020 zu erhalten. Sowohl strategisch als auch geografisch ist das Krankenhaus Lebach von enormer Bedeutung. Die neuen Intensivbetten und die neu aufgestellten Covid-19 Station mit insgesamt 27 Betten (davon 8 geplante Beatmungsplätze), sind in der aktuellen Situation existenziell für das Saarland. Mit dann insgesamt 27 Beatmungsplätzen trägt das Haus zur Stabilisierung der Versorgung bei. Es geht darum, Leben zu retten und die Gesundheitsversorgung flächendeckend zu erhalten! Nur durch die Erhaltung des Krankenhauses Lebach ist über den Zeitraum der nächsten Jahre und nicht etwa nur bis Ende 2020 die medizinische Versorgung der Bevölkerung des Saarlandes gewährleistet.
Es könne nicht unerwähnt bleiben, dass die gezielte Schließung aller kleineren Éinrichtungen zu großen Versorgungslücken im Saarland führe, zumal private Träger vor allem auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet seien. Eine Alternative sei ohnedies nicht in Sicht, denn das im März abgeschlossen Bekundungsverfahren für die Nordsaarlandklinik sei ohne Ergebnis geblieben und der ins Auge gefasste Ausbau des Losheimer Krankenhauses sei zeitraubend und teuer, so dass er eine Schließung des Lebacher Krankenhauses nicht auffangen könne.

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