Nur rund die Hälfte der Kinder nimmt Zahnvorsorge in Anspruch

Aus Anlass des Tages der Zahngesundheit appellierte die IKK Südwest an Eltern im Saarland, verstärkt auf eine regelmäßigen Zahnvorsorge ihrer Kinder zu achten und diese nicht zu vernachlässigen – auch um Vorsorgeerfolge aus der Vergangenheit weiter zu erhalten. Unterdessen verpassten zu viele Heranwachsende im Saarland 2019 die regelmäßige Zahnkontrolle, was eine aktuelle Auswertung der IKK Südwest unter ihren Versicherten im Saarland zeigt: nur 56,32 % der Kinder zwischen 6 und 18 Jahren waren im Jahr 2019 regelmäßig bei der Zahnvorsorge. Im Vergleich zu den IKK-Versicherten in Hessen und Rheinland-Pfalz, unter denen sich im vergangenen Jahr 63,90 % bzw. 59,60 % der Kinder und Jugendlichen regelmäßig die Zähne kontrollieren ließen, hat das Saarland damit den niedrigsten Wert.

Die Auswertung zeigt, dass sich ein Trend fortsetzt, den wir seit Jahren beobachten. Im Teenageralter ist generell ein nachlassendes Putzinteresse zu erkennen, auch kontrollieren die Eltern weniger. Hinzu kommen Fastfood und stark zucker- und säurehaltige Getränke bereits im Kindesalter, was zu einer ungesunden Lebensweise führt und dann oft in schwerwiegenden Zahnerkrankungen wie Karies mündet“, so IKK-Vorstand und Präventionsexperte Prof. Jörg Loth zu den Erkenntnissen zur Zahngesundheit bei Kindern im Saarland. Auch Karieserkrankungen von Babys und Vorschulkindern, oft auch als „Nuckelflaschenkaries“ bezeichnet, die die Folge von zuckerhaltigen Saft- oder Teebeimengungen in Trinkfläschchen sein können, seien im Saarland immer noch häufige ärztliche Diagnosen, die man ernst nehmen müsse.

„Wir sehen auch, dass gerade Kinder einkommensschwacher Familien seltener zum Zahnarzt gehen. Wichtig ist aber zu wissen, dass Vorsorge keine Frage des Geldbeutels ist, sondern Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, die nicht vernachlässigt werden sollte“, erklärt Prof. Loth.
Kinder und Jugendliche sollten sich zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr zweimal jährlich – je einmal pro Kalenderhalbjahr – zum Schutz vor Zahn- und Parodontalerkrankungen zahnärztlich untersuchen lassen.
Die Kosten dafür übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Für Kinder bis zum 6. Lebensjahr sind gesetzlich sechs Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen, davon drei im Kleinkindalter.
Um die Zahngesundheit im Saarland weiter zu fördern, appelliert Loth nicht nur an Eltern, auf regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ihrer Kinder zu achten, sondern befürwortet auch verbindliche Standards in der Kita- und Schulverpflegung. Auch könne eine Kennzeichnungspflicht von stark zuckerhaltigen Getränken und Lebensmitteln einen Beitrag für gesündere Zähne im Kindesalter leisten, da dies den zahnschädigenden Zuckerkonsum weiter positiv beeinflussen könne. Die IKK Südwest will niedrigeschwellige Aufklärung rund um die Zahngesundheit weiter verstärken.

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